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    <title>www.firehead.de - Blog von Rene Schneider</title>
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    <description>www.firehead.de - Blog von Rene Schneider &#252;ber Software- und Webentwicklung, Netzpolitik, Security-Theater, Computergaming und 42 weitere Sachen</description>
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      <title>The Build Lamp: Lavalampe meets Ethernet meets Jenkins</title>
      <link>http://www.firehead.de/25</link>
      <description>&lt;p&gt;Inzwischen habe ich nun endlich mal ein kleines Bastelprojekt fertigbekommen, an dem ich schon ne ganze Weile schraube. Es geht um ein Extreme Feedback Device f&#252;r das Projekt, in dem ich jobm&#228;&#223;ig gerade besch&#228;ftigt bin. In dem wird n&#228;mlich &lt;a href="http://jenkins-ci.org/" target="_blank"&gt;Jenkins&lt;/a&gt; als Continuous-Integration-Plattform eingesetzt, d.h. in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden wird ein Software-Build automatisch ausgef&#252;hrt und das Ergebnis dann getestet, wobei sich ein Status von gr&#252;n (alles bestens) &#252;ber gelb (Build ok, aber mindestens ein Test ist fehlgeschlagen) bis rot (Build-Fehler) ergibt. Den kann man dann im Webinterface des Jenkins sehen, was sehr praktisch ist, weil man so mit nur kurzer Verz&#246;gerung nach Code-Checkins dar&#252;ber informiert wird, ob die eigenen Code-&#196;nderungen gut mit denen anderer Entwickler harmonieren oder im Zusammenspiel mit diesen irgendetwas unerwarteterweise kaputt gegangen ist. Aber eigentlich ist das ziemlich langweilig, das immer nachzugucken, und die Mails, die das CI-System automatisch bei Problemen versendet, sind auch irgendwie nett, aber unspektakul&#228;r. Deswegen kam vor vielen Jahren mal jemand auf die geniale Idee, irgendwelche realen Ger&#228;tschaften so mit einem Rechner zu koppeln, dass sie den aktuellen Build-Zustand quasi &amp;quot;greifbar&amp;quot; in der realen Welt visualisieren - und DAS sind Extreme Feedback Devices, oder kurz XFDs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor es losgeht mit diesem doch eher l&#228;nglichen Artikel zeige ich am besten zur &amp;quot;Motivation&amp;quot; mal gleich das Endergebnis :-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/final.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine Lava-Lampe! Eine Lava-Lampe mit Netzwerkanschluss!! Eine bunte Lava-Lampe mit Netzwerkanschluss, die ihre Farbe wechseln kann!!! Die Farben korrespondieren wie eben erkl&#228;rt mit dem Zustand des zu &#252;berwachenden Builds - ist die Lampe also gr&#252;n, ist alles bestens, wird sie gelb ist irgendwo mindestens ein Test fehlgeschlagen und wenn sie rot ist, ist die Kacke gewaltig am Dampfen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Die Hardware&lt;/div&gt;Grunds&#228;tzlich kann man fast alles f&#252;r den Zweck eines XFDs hernehmen, was man auf irgendeinem Wege elektronisch an- und abschalten kann. Drei farbige Lampen sind immer beliebt, auch in kreativen Variationen wie z.B. &lt;a href="http://wiki.hudson-ci.org/pages/viewpage.action?pageId=20250625" target="_blank"&gt;in B&#228;r-Form&lt;/a&gt; :-). Ebenfalls ein Klassiker sind &lt;a href="http://www.developertesting.com/archives/month200404/20040401-eXtremeFeedbackForSoftwareDevelopment.html" target="_blank"&gt;Lava-Lampen&lt;/a&gt; - die Idee hat mir grunds&#228;tzlich sehr gut gefallen, aber ich fand es etwas zu simpel, einfach nur eine Lampe an- oder abzuschalten bzw. mehrere Lampen f&#252;r die verschiedenen Farben hinzustellen. Warum denn nicht eine Lampe nehmen, die immer an ist, aber die Farbe wechseln kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stellte sich heraus, dass es in der Tat sogar &lt;a href="http://www.mathmos.de/mathmos-smart-astro-farbenwechselnde-led-lavalampe-17917-0.html" target="_blank"&gt;h&#246;chst passendes Rohmaterial&lt;/a&gt; daf&#252;r gibt. Und nicht nur irgendeine Lava-Lampe, nein, sogar ein limitiertes Original von Mathmos, dem Erfinder der Lavalampen! Mehr Style geht nun wirklich nicht mehr :-) also musste so ein Ding her!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als n&#228;chstes war zu kl&#228;ren, wie die Lampe beleuchtet und der Farbwechsel gesteuert werden sollte. Da die Lampe von sich aus schon auf LED-Technologie basiert, war die Leuchtmittelfrage schnell gekl&#228;rt - LEDs sind simpel zu schalten, billig, brauchen wenig Strom und in jeder Farbe zu bekommen, ich w&#252;rde also entweder die eingebauten LEDs daf&#252;r hernehmen oder eigene stattdessen einbauen, je nachdem was praktikabler ist. Beim ersten &#214;ffnen der Lampe stellte sich dann raus, dass wohl letzteres der Fall ist: es sind zwar nur zwei unterschiedliche LED-Farben verbaut, n&#228;mlich blau und rot (blau wird durch die Eigenfarbe der &amp;quot;Lava&amp;quot; optisch zu gr&#252;nem Licht, und durch Mischung mit Rot kann man ein Gelborange erzeugen), aber die LEDs sa&#223;en direkt auf einer kleinen Platine, welche die Heizung f&#252;r die Lava steuert - da kann ich mich nicht so einfach mit meiner eigenen Steuerung dazwischenklemmen. Es w&#252;rde also eine eigene &amp;quot;Beleuchtungseinheit&amp;quot; erforderlich werden - und wenn ich das eh schon mache, kann ich auch gleich noch ein paar mehr LEDs f&#252;r mehr Power verbauen und zudem gelbe LEDs dazunehmen, um die gelbe Farbe intensiver hinzubekommen als nur durch die Mischung. Gelb ist immerhin wichtig, zeigt es doch an, dass die Tests fehlgeschlagen sind, also den Hauptfehlerfall bei einer vorbildlich guten Testabdeckung *r&#228;usper* ;-).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut, Beleuchtung gekl&#228;rt, bleibt die Steuerung. Die meisten Selbstbau-XFDs, die man im Web so findet, h&#228;ngen einfach an irgendeinem alten Rechner, der dann die CI-Webseite pollt, den Status ausliest und dann per USB-Steckerleiste oder &#228;hnlichem Strom ein und aus schaltet. Das hat den Vorteil, dass es simpel zu bauen und zu programmieren ist, aber man hat eben st&#228;ndig einen Rechner mehr laufen - irgendwie unelegant. Wollte ich so nicht haben - meine Idealvorstellung war mehr sowas wie eine Netzwerkbuchse an der Lampe, die dar&#252;ber selbstt&#228;tig den Status abfragt und das Licht dann sanft zur neuen Farbe &#252;berblendet. Ein Mikrocontroller musste also her, und ein Netzwerkinterface daf&#252;r! Damit war auch gleich sichergestellt, dass die Lampe nicht nur einen hohen Style-, sondern auch einen ausreichend hohen Nerd-Faktor haben w&#252;rde :-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Praktischerweise bietet Pollin da einen sch&#246;nen Bausatz unter dem Namen &lt;a href="http://www.pollin.de/shop/dt/MTQ5OTgxOTk-/Bausaetze_Module/Bausaetze/Bausatz_AVR_NET_IO.html" target="_blank"&gt;AVR NET-IO&lt;/a&gt; an, der f&#252;r g&#252;nstiges Geld ziemlich genau das enth&#228;lt, was ich brauchte: einen ausreichend potenten Mikrocontroller, ein Ethernet-Interface (zwar nur 10 MBit, aber die Datenrate bekommt man mit einem 8-Bit-Mikrocontroller eh nicht mal ansatzweise ausgereizt), direkte Kompatibilit&#228;t mit den 12V Spannung, mit der auch die Lavalampe l&#228;uft und mehr als genug steuerbare Ausg&#228;nge. Zwar ist die Platine relativ gro&#223;, so dass diese definitiv nicht ins Lampengeh&#228;use passen w&#252;rde, aber immerhin hat sie Europakartenformat, so dass man daf&#252;r viele passende Geh&#228;use findet. Oh, und es gibt im Wiki von &lt;a href="http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR_Net-IO_Bausatz_von_Pollin" target="_blank"&gt;mikrocontroller.net&lt;/a&gt; eine Menge Infos zu dem recht beliebten Bausatz und auch einiges an Code im Netz, der daf&#252;r geschrieben wurde, was immer praktisch ist, weil man dann nicht ganz von Null anfangen muss. Den Bausatz habe ich dann letztlich in ein schlichtes schwarzes Kunststoffgeh&#228;use gesteckt, in dessen Blenden ich L&#246;cher f&#252;r das Netzwerkkabel, den seriellen Port (nutze ich im Moment gar nicht, aber just in case...) und einen Taster ges&#228;gt habe - und nat&#252;rlich f&#252;r das f&#252;nfadrige Kabel zur LED-Einheit, &#252;ber welches die Schaltung auch mit Strom aus der Lampe versorgt werden w&#252;rde. Das Ganze sah dann in verbauter Form wie auf folgendem Bild aus:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/netboard.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur&#252;ck also zur Beleuchtung. Die LEDs sollten auf m&#246;glichst einfache Weise angeschlossen werden, also versuchte ich es im ersten Schritt mit einer simplen Reihenschaltung von drei (blau) bzw. 5 (gelb und rot) 3mm-LEDs sowie pro Farbe einem Transistor zum Schalten. Vorwiderst&#228;nde hatte ich keine eingeplant, und um maximale Helligkeit zu erhalten waren die Reihenschaltungen so ausgelegt, dass die LEDs an ihrer Maximalspannung laufen w&#252;rden. Das sah erst ganz gut aus: die resultierende Platine hatte gerade mal 3cm im Durchmesser, die LEDs leuchteten kr&#228;ftig. Aber nach dem Einbau in die Lampe wie auf dem folgenden Bild gezeigt - der Einfachheit halber setzte ich die LED-Platine direkt auf die Originalplatine, die senkrecht in der Lampe steckt - erwies sich die Schaltung als problematisch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard1.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die LEDs erzeugen durch die hohe Spannung und den daher hohen Strom einiges an W&#228;rme, und zusammen mit der Hitze von der Heizeinheit, die direkt &#252;ber der Platine montiert war, knockte das die LEDs der Reihe nach aus. Nach einer halben Stunde Testbetrieb flackerte alles nur noch, und als ich die Platine dann anschlie&#223;end wieder ausbaute waren deutliche Flecken darauf zu erkennen. Das Ding war reif f&#252;r den M&#252;ll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim zweiten Versuch war ich dann vorsichtiger:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Mehr LEDs pro Reihenschaltung und ein 20-Ohm-Vorwiderstand sollten den Strom und damit auch die Verlustw&#228;rme begrenzen.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Statt 3mm-LEDs kamen 5mm-LEDs zum Einsatz - dadurch wird zwar die Platine gr&#246;&#223;er (5cm Durchmesser statt 3cm), aber die gr&#246;&#223;eren LEDs sind robuster und au&#223;erdem auch heller, was den geringeren Strom ausgleichen sollte.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Statt einer Montage auf der bestehenden Steuer-Platine der Lampe entschied ich mich daf&#252;r, diese Platine flach auf den Boden der Lampe zu legen und in die Halterung stattdessen ein St&#252;ckchen Holz zu stecken. Auf diesem wiederum klebt, durch Zweikomponentenkleber befestigt, eine M&#252;nze, deren Oberfl&#228;che mit schwarzem Lack isolierend lackiert ist und die dann die LED-Platine tr&#228;gt. Da sind gleich mehrere Ideen zusammengekommen: die Metallm&#252;nze sollte W&#228;rme besser nach unten ableiten als der Kork, mit dem ich vorher gearbeitet hatte, und das Holz statt der Original-Platine erlaubte es mir, die Befestigungsh&#246;he frei zu w&#228;hlen, so dass die LED-Platine nun einige Zentimeter weiter entfernt vom im Betrieb sehr hei&#223;en Heizelement sitzt.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;Dieser neue Aufbau funktionierte dann problemlos. Im Schaltplan und auf dem Board sieht das folgenderma&#223;en aus...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledcircuit.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;...und in montierter Form dann so:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard2inlamp.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Betrieb ergibt das ein wunderbares Farbenspiel :-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard2inuse.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auch nach Aufsetzen des Lampengeh&#228;uses mit der Heizplatte kommt das Licht noch problemlos wie geplant durch das Loch in der Mitte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard2inlamp2.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also nichts wie ins B&#252;ro damit! Der erste Praxistest war dann aber leider sehr ern&#252;chternd :( es stellte sich raus, dass die ambiente Helligkeit da doch ein klein wenig h&#246;her ist wie in meiner dunklen Bude, mit dem Effekt, dass man die Farbe der Lampe selbst ohne direkte Sonneneinstrahlung kaum erkennen konnte. Daraufhin hab ich die Lampe dann erst mal aus akutem Frust ein paar Monate in die Ecke gepfeffert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann wollt ich es dann aber doch nochmal probieren, diesmal mit den richtig dicken Brocken unter den LEDs: 1- bzw. 3-Watt-Brummer sollten die Milliwatt-Funzeln abl&#246;sen. Da ich davon max. 3 unter das Loch bekommen w&#252;rde, und zwei rote in Reihe grad passend an 5V betrieben werden konnten entschied ich mich daf&#252;r, die gelbe Variante auszulassen und Gelb stattdessen durch gleichzeitiges Aktivieren der einen blauen 3-Watt-LED und der zwei roten 1-Watt-LEDs zu bilden, wie das die Originalschaltung der Lampe auch getan hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Stromversorgung kommt ein 7805 (in der Variante 78S05 f&#252;r gr&#246;&#223;ere Stromst&#228;rken) zum Einsatz, der die 12V auf 5V runterregelt. Im Foto sieht man vor allem den Aufsteckk&#252;hlk&#246;rper, der das Ding auf Betriebstemperatur halten soll. Aufgebaut ist alles auf der guten alten Lochrasterplatine :) ja, ich war faul, insbesondere zu faul, mein Platinen-&#196;tz-Werkzeug rauszukramen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard3.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber: es funktioniert! Und die Helligkeit ist &amp;quot;augenlichtraubend&amp;quot;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard3inuse.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil die neuen LEDs leider anders wie die kleinen einen sehr breiten Abstrahlwinkel von 120 Grad haben, musste ich mir allerdings noch was einfallen lassen, um m&#246;glichst alles Licht nach oben durch das Loch zu kanalisieren. Die L&#246;sung ist pragmatisch simpel: ein Lichttunnel aus Pappe, innen ausgekleidet mit Alufolie. Der hat auch noch den angenehmen Nebeneffekt, dass er einiges an W&#228;rmestrahlung von den LEDs, die ja selber genug W&#228;rme produzieren, fernzuhalten scheint. Da h&#228;tte ich mal fr&#252;her drauf kommen sollen ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/ledboard3tunnel.jpg"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Variante war die Lampe dann auch hell genug f&#252;r die typische Tageslichtsituation im B&#252;ro, wenngleich die kr&#228;ftigen Farben nach wie vor erst bei Einbrechen der D&#228;mmerung so richtig zur Geltung kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Die Software&lt;/div&gt;Auf Softwareseite begann ich mit einem von Simon K. ver&#246;ffentlichten &lt;a href="http://www.mikrocontroller.net/articles/AVR_Net-IO_Bausatz_von_Pollin#Simon_Ks_Webserver_.28uip-Stack.29" target="_blank"&gt;Opensource-Projekt&lt;/a&gt;, das einen sehr simplen Webserver auf dem Net-IO implementiert und seinerseits auf einer angepassten Version des &lt;a href="http://www.sics.se/~adam/uip/index.php/Main_Page" target="_blank"&gt;uIP&lt;/a&gt;-Protokollstacks basiert. Dabei handelt es sich um einen speziell f&#252;r den Einsatz in kleinen 8-Bit-Mikrocontrollern entwickelten, aufs N&#246;tigste reduzierten TCP/UDP/IP-Stack. Ein solcher ist erforderlich, weil diese kleinen, simplen und billigen Controller dem Entwickler in Zeiten von Gigabyte-RAM-Riegeln, Terabyte-Festplatten und Gigahertz-CPUs geradezu absurd wirkende Limitationen aufzwingen: der auf der Net-IO standardm&#228;&#223;ige Atmel-Controller AtMega32 z.B. besitzt 32 Kilobyte Flash-Speicher f&#252;r Programm und statische Daten, 2 Kilobyte RAM, 1 Kilobyte EEPROM und l&#228;uft mit 16 MHz. W&#252;rde man einen gew&#246;hnlichen TCP/IP-Stack darauf einsetzen, w&#228;re der RAM schon mit einem Paket der g&#228;ngigen Paketgr&#246;&#223;e von 1400 Byte fast zugekleistert - mal ganz davon abgesehen, dass der Stack-Code niemals in den Flash-Speicher passen w&#252;rde. Der uIP-Stack umgeht diese Probleme z.B. dadurch, dass er erlaubt, unn&#246;tige Teile &amp;quot;auszuklammern&amp;quot;, die dann gar nicht erst einkompiliert werden - ich ben&#246;tige keine UDP-Unterst&#252;tzung, also kompiliere ich sie gar nicht erst mit. Au&#223;erdem arbeitet er mit sehr viel kleineren Paketgr&#246;&#223;en und ACK-Window-Sizes wie normale Stacks, um weniger kostbaren RAM als Puffer zu beanspruchen, hat gewisse Einschr&#228;nkungen hinsichtlich der Fehlerkorrektur im TCP-Protokoll und bietet leider auch nicht die vom PC her gewohnte Abstraktion durch das Modell des Sockets. Das dr&#252;ckt alles gewaltig auf die erreichbare &#220;bertragungsrate und macht die Softwareentwicklung auf Basis dieses Stacks nicht eben einfacher, aber hey, daf&#252;r kann man TCP/IP so in weniger als 12 Kilobyte Flash und 1 Kilobyte RAM quetschen :-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass in besagtem Sourcecode nicht nur das nackte TCP/IP-Protokoll, sondern auch gleich noch ein rudiment&#228;rer Webserver mit GET- und POST-Request-Verarbeitung implementiert war, machte mir das Erreichen eines der eher ambitionierteren Ziele meines Projekts erheblich einfacher: meine XFD-Lampe sollte ein Webinterface haben, &#252;ber welches sie konfiguriert und auch direkt gesteuert werden kann. Also bohrte ich den Webserver entsprechend auf, erstellte eine Konfigurationsseite (unn&#246;tigen Schnickschnack wie User-Authentifizierung habe ich im Interesse eines kompakten Ergebnisses weggelassen, so dass am Ende wirklich eine Seite f&#252;r das ganze Interface gen&#252;gte) und schrieb einen ganzen Batzen Code zur dynamischen Erzeugung dieser Seite bzw. zum Parsen von POST-Antworten, wenn der User &#252;ber die Seite irgendwas &#228;ndern will. Dabei lernt man eine ganz andere Seite der Webentwicklung kennen: so Krempel wie Rails oder Java Servlets oder PHP hat man auf einem Mikrocontroller nat&#252;rlich nicht zur Verf&#252;gung - da muss wirklich jedes Zeichen h&#228;ndisch in C-Code an seine Stelle in der fertigen Seite gesetzt und die Seite dabei parallel schon mal an den Empf&#228;nger rausgesendet werden (denn in die verbliebenen paar hundert Byte RAM auf dem Controller passt nicht einmal meine spartanische Konfigurationsseite in ihrer G&#228;nze hinein!) - Antworten vom Webbrowser werden ebenso Zeichen f&#252;r Zeichen durchgeackert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die ganze M&#252;he wurde belohnt: Nicht nur funktioniert das Webinterface einwandfrei mit allen Browsern auf meinem Rechner, nein, sogar mit dem iPhone kann die Lampe gleich out-of-the-box gesteuert werden :-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="../files/articleimages/static/buildlamp/webinterface.png"/&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit die Lampe ihren eigentlichen Zweck erf&#252;llen konnte, brauchte sie jedoch noch eine letzte Komponente: einen HTTP-Client, der den Jenkins-Server nach dem RSS-Feed des gew&#252;nschten Projekts fragen und anschlie&#223;end daraus den Status des letzten Builds extrahieren k&#246;nnte. Auch f&#252;r diese Aufgabe fand sich in einem der Beispielprojekte aus der uIP-Original-Release-Version praktischerweise eine Vorlage, die mit einigen Handgriffen f&#252;r meine Zwecke angepasst werden konnte - na ja gut, ein paar mehr Handgriffe waren n&#246;tig, denn speziell das Parsen des RSS-Feeds, das auch wieder komplett Low-Level Zeichen f&#252;r Zeichen vonstatten gehen muss, war schon eine gewisse Aufgabe. Aber schlussendlich war alles N&#246;tige beisammen und der erste Funktionstest bestanden. Sicher befindet sich noch der ein oder andere Bug in der Software, aber wer Interesse haben sollte und nicht vor meinem h&#228;sslichen, irgendwie zusammengest&#246;pselten und gro&#223;teils mies kommentierten C-Code zur&#252;ckschreckt kann sich das ganze Paket im Quellcode gern &lt;a href="../files/buildlamp/TheBuildLamp.zip" target="_blank"&gt;hier herunterladen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich geh jetzt jedenfalls erst mal ein paar Builds schrotten, um die roten LEDs &amp;quot;lastzutesten&amp;quot; ;-)&lt;/p&gt;</description>
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      <title>Wenn dem Atomstrom das Licht ausgeht</title>
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      <description>&lt;p&gt;Wer h&#228;tte das gedacht: 25 Jahre nach Tschernobyl blickt die Menschheit wieder mit Angst und Schrecken auf einen einzigen Punkt der Welt, auf eine Kiste aus Beton und Stahl, in deren Inneren Vorg&#228;nge ablaufen, &#252;ber die jegliche Kontrolle verloren gegangen ist. Vorg&#228;nge, die in ihrer Macht das n&#228;heste &#196;quivalent zum g&#246;ttlichen Akt der Sch&#246;pfung darstellen, das wir Menschen kennen - nur eben andersrum, statt Sch&#246;pfung steht gnadenlose Zerst&#246;rung auf dem Programm, wenn sich eine mehrere tausend Grad hei&#223;e nukleare Br&#252;he St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck durch meterdicke Betonfundamente fri&#223;t, dabei aus sich selbst heraus immer hei&#223;er und hei&#223;er werdend, w&#228;hrend sie zig Quadratkilometer Land um sich herum auf Jahrzehnte hinaus kontaminiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich geb zu, ein gewisser Teil von mir ist fasziniert von dem, was da in den drei au&#223;er Kontrolle geratenen Reaktoren in Japan gerade abl&#228;uft. Ja, ich wei&#223;, das ist politisch sowas von inkorrekt, wie kann ich das nur wagen, immerhin sind gesch&#228;tzte Zehntausende Menschen bei dem vorangegangenen Erdbeben samt Tsunami ums Leben gekommen, Betroffenheit zu zeigen ist doch das Mindeste. Aber ganz ehrlich...nach dem ersten Schock (und in diesem Fall einem kleinen zweiten, der kam, als mir klar wurde, dass Shanghai - die sehr coole und sehenswerte chinesische Metropole, in der eine meiner Schwestern erst letztes Jahr einige Monate Praktikumszeit und ich mit meiner Familie einen Urlaub verbracht haben - keine tausend Kilometer von Japan entfernt liegt) h&#228;lt sich so richtige Betroffenheit bei mir nie lange, wenn es nicht um Dinge geht, die in meinem direkten Umfeld passieren und mir daher pers&#246;nlich besonders nahe gehen. Und darin, weiterhin Betroffenheit zu heucheln, bin ich nicht besonders gut, zumal ich gerade so ein Verhalten f&#252;r eine Verh&#246;hnung der Opfer halte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also beobachte ich jetzt eben interessiert, wie sich die Lage dort unten entwickelt, und fast noch interessierter, was hier bei uns im Land seither geschieht. Denn man k&#246;nnte meinen, dass einige Leute hier schlagartig eine &#228;hnliche Ehrfurcht vor den M&#228;chten der Atomphysik gepackt hat wie mich, nur dass dieselben Personen noch vor wenigen Monaten gemeint haben, diese M&#228;chte derart sicher gez&#228;hmt zu haben, dass man sie ruhig noch ein Jahrzehnt l&#228;nger zur Energiegewinnung nutzen k&#246;nne - und dann vielleicht noch eines, und noch eines, und warum nicht noch eines? &amp;quot;Salamitaktik&amp;quot; nennt man diese im politischen Betrieb &#228;u&#223;erst g&#228;ngige Verhandlungsmethodik, deren Auftakt wir letztes Jahr mit dem Beschluss der Laufzeitverl&#228;ngerung f&#252;r die von den Energiekonzernen geliebten, weil l&#228;ngst abgeschriebenen Uralt-Meiler miterleben durften - nur dass die Salami in diesem Zusammenhang in jedem weiteren Zentimeter, den man abschneidet, eine t&#246;dliche &#220;berraschung bergen k&#246;nnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich meine &amp;quot;t&#246;dlich&amp;quot; im Sinne von &amp;quot;uns ausrottend&amp;quot;, nicht im Sinne von &amp;quot;einmal im Jahr f&#228;llt jemand mal beim Montieren von Solarpanels vom Dach&amp;quot; (kein Scherz, solche &amp;quot;Argumente&amp;quot; gegen regenerative Energien musste ich schon ernsthaft lesen). Wenn im an allen Ecken und Enden dicht besiedelten Deutschland ein gl&#252;hender, radioaktiver Schleimball einen bedeutenden Teil des Landes unbewohnbar machen sollte, sterben nicht nur Zehntausende, sondern die &#220;berlebenden k&#246;nnen sich auch darauf gefasst machen, in der wirtschaftlichen Entwicklung ein paar Jahre bis Jahrzehnte in die Vergangenheit katapultiert zu werden. Angesichts solcher Aussichten ist es auch kein Wunder, dass sich beispielsweise meines Wissens kein einziger Versicherer der Welt darauf einl&#228;sst, vollumf&#228;nglich allein f&#252;r die wirtschaftlichen Sch&#228;den eines m&#246;glichen Super-GAUs in Deutschland geradezustehen. Und nein, da hilft auch kein &amp;quot;aber die Wahrscheinlichkeit ist doch soooo gering&amp;quot;-Gelaber - Risiko ist nach g&#228;ngiger Lehrmeinung Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert mit zu erwartendem Schaden, und wenn letztere Variable dem Unendlichen zustrebt, kann die erstere noch so klein sein, das resultierende Risiko ist einfach nicht tragbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Klartext: wer jetzt noch Atomkraft f&#252;r eine saubere, billige und sichere Energiequelle h&#228;lt, sollte dringend mal die Blase, in der er offensichtlich lebt, zum Platzen bringen und einen Abgleich mit der Realit&#228;t durchf&#252;hren. Wo man bei Tschernobyl noch h&#228;misch auf die Steinzeit-Technik der Russen herabblicken konnte, muss man im Fall von Japan unumwunden eingestehen, dass all die tolle Hightech am Ende auch nicht der Weisheit letzter Schluss war. &amp;quot;Aber Erdbeben der St&#228;rke 9.0 und Tsunamis gibt es in Deutschland nicht&amp;quot; hab ich in letzter Zeit h&#228;ufig als Erwiderung gelesen und geh&#246;rt - ja, stimmt, sowas ist hier wirklich &#228;u&#223;erst unwahrscheinlich, nur gibt es solch starke Erdbeben selbst in Japan fast nie, statistisch alle irgendwastausend Jahre einmal, was auch der Grund daf&#252;r war, dass die Kraftwerke nur bis zu einer deutlich niedrigeren Bebenst&#228;rke und Tsunami-H&#246;he abgesichert sein mussten. Nicht vorhandene Parallelen zwischen dem japanischen Ausnahmefall und dem deutschen Alltagsfall als Beleg f&#252;r eine Unvergleichbarkeit beider Situationen heranzuziehen ist echt eine lausige Argumentationsweise, insbesondere wenn es um einen Super-GAU geht, der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auslegungsst&#246;rfall#Super-GAU" target="_blank"&gt;per Definition&lt;/a&gt; schon eine Situation beschreibt, die au&#223;erhalb dessen liegt, was man sich &#252;blicherweise an St&#246;rf&#228;llen so vorstellen kann und welche ein Atomkraftwerk daher aushalten muss. Diese Dinger haben es nun mal an sich, dass man sich vorher nicht ausmalen kann, wie es dazu wohl jemals kommen k&#246;nnte, und nachher dasteht und sich fragt, wieso man das nicht vorhergesehen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt die M&#228;r vom &amp;quot;billigen&amp;quot; Atomstrom, bei deren rechnerischem Beleg konsequent die unkalkulierbaren (wie praktisch :-) ) aber mit Sicherheit gewaltigen (...schade aber auch :-( ) Folgekosten der Stromerzeugung mittels Kernspaltung unter den Teppich gekehrt werden. Die ungekl&#228;rte Endlagersituation f&#228;llt einem da ja im Allgemeinen als Erstes ein, etwas weniger bekannt ist ein anderer Aspekt, &#252;ber den z.B. Technology Review in einem &lt;a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kernkraftwerksrueckbau-fuer-Milliarden-7249.html" target="_blank"&gt;auf heise online&lt;/a&gt; verlinkten Artikel einmal berichtet hat: der sogenannte R&#252;ckbau, also der umweltvertr&#228;gliche Abriss der alten Kernkraftwerke. Weil die Dinger wie verr&#252;ckt strahlen, muss ein gewaltiger Aufwand getrieben werden, dessen preisliche und zeitliche Dimensionen die des Aufbaus derselben Anlage um ein Vielfaches &#252;bersteigen - von 18 Jahren und 3 Milliarden Euro ist in besagtem verlinkten Artikels die Rede, und das f&#252;r ein eher kleines Kraftwerk aus DDR-Zeiten. Ich wiederhole: &lt;span class="format_bold"&gt;3 Milliarden! 18 Jahre! EIN EINZIGES Kraftwerk!&lt;/span&gt; Und wir haben noch 17 weitere davon in der Gegend rumstehen! Kein Wunder, dass sich deren Besitzer mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en dagegen wehren, die Dinger endg&#252;ltig abzuschalten - nicht nur bringen sie dann kein Geld mehr in die Kasse, nein, zus&#228;tzlich m&#252;sste man dann auch noch von seinem bequemen Sessel aufstehen und den Dreck unter Einsatz irrwitziger Geldsummen beseitigen, der sich jahrzehntelang angesammelt hat. Das hat irgendwie was von &amp;quot;Ja Mama, morgen bring ich den M&#252;ll ganz bestimmt raus&amp;quot; - mit dem kleinen Unterschied, dass die Atomindustrie bis heute nicht wei&#223;, wo eigentlich die M&#252;lltonne steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun gut, in gewisser Weise mache ich es mir auch leicht - sich &#252;ber etwas zu beschweren ist eines, eine Alternative anzubieten eine ganz andere Sache. Fakt ist mal, dass ich auch nicht die perfekte Alternative zur Hand habe. Klar geh&#246;ren regenerative Energien weiter ausgebaut, ich bin auch ein gro&#223;er Fan der Idee, brachliegende Gegenden wie W&#252;sten mit Solarkollektoren zuzukleistern, so lange man das &#246;rtlich und in Kombination mit anderen Energiequellen diversifiziert genug betreibt, um keinen &amp;quot;Single Point of Failure&amp;quot; zu schaffen. Die &amp;quot;eine, fette Energiequelle&amp;quot; wird es in absehbarer Zukunft - zumindest bis zur Erfindung der wirtschaftlich nutzbaren Kernfusion - wohl nicht mehr geben, der Trend geht erst einmal in Richtung Dezentralisierung mit vielen kleineren Energiequellen an unterschiedlichsten Orten, wobei das auch nicht unbedingt alles regenerative Quellen sein m&#252;ssen. Eine gute, in meinen Augen aber viel zu wenig beachtete Alternative zu den gro&#223;en Kohlekraftwerken stellen z.B. Gasturbinen dar, die neben erheblich weniger CO2-Aussto&#223; gro&#223;e Vorteile bez&#252;glich schneller Anfahrzeiten und guter Effizienz auch bei kleineren Baugr&#246;&#223;en haben, was sie geradezu pr&#228;destiniert, um in einem stark dezentralisierten Energieversorgungsnetz als Ausgleich f&#252;r die schwankenden Ertr&#228;ge vieler regenerativer Energiequellen zu dienen. Erdgas ist au&#223;erdem auch noch im Vergleich zu beispielsweise &#214;l relativ reichhaltig vorhanden, nicht zuletzt durch neue F&#246;rdertechniken wie Hydraulic Fracturing (ich wei&#223;, das hat seine ganz eigenen Probleme, allerdings sind die potenziell in den Griff zu bekommen - wichtig ist erst mal, dass der Rohstoff &#252;berhaupt &amp;quot;da&amp;quot; ist). Und der verbleibenden CO2-Problematik ist letzlich auch mit technischen Mitteln allemal besser zu begegnen als einer Verstrahlung von Mensch, Tier und Land, gegen die man ganz genau gar nichts ausrichten kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber sehen wir mal, was die n&#228;chsten Wochen so bringen, sowohl in Sachen Japan als auch in der heimischen Politik. Die Landtagswahlen in Baden-W&#252;rttemberg sind gerade jedenfalls nochmal deutlich spannender geworden, nachdem schwarz-gelb jetzt nach der Stuttgart-21-Geschichte und dem Guttenberg-Fiasko mit den Atom-Mappus das Triumvirat der unpopul&#228;ren Positionen komplettiert hat. Wie sehr denen gerade der Arsch auf Grundeis geht sieht man an den ungew&#246;hnlichen weil &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,750861,00.html" target="_blank"&gt;erstaunlich schnellen Zugest&#228;ndnissen&lt;/a&gt;, mit denen selbst die Opposition nach der Erfahrung in der Guttenberg-Salamitaktik-Posse jetzt etwas &#252;berrumpelt zu sein scheint (wobei...&lt;a href="http://www.netzpolitik.org/2011/martin-haase-merkel-zu-fukushima-mirror/" target="_blank"&gt;wenn man mal genau auseinandernimmt, wie da &amp;quot;zugestanden&amp;quot; wird&lt;/a&gt;, scheint das wohl auch eher hektischer Aktionismus denn reale Einsicht zu sein - also alles wie immer). Aber so ist das eben, wenn man aufs falsche Pferd gesetzt und gehofft hat, es passiert bis zur Ziellinie nix. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Japan das schlimme Schicksal ereilt, als &amp;quot;Tschernobyl der Moderne&amp;quot; in die Geschichte einzugehen, konnte in der Tat niemand wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Update: &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,751036,00.html" target="_blank"&gt;Ah, gut zu wissen dass ich nicht der Einzige mit dieser Meinung bin&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description>
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      <title>HERRGOTTSAKRAMENTNOCHAMAL!!!!</title>
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      <description>&lt;p&gt;Liebes Bundeskanzleramt,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundeskanzleramt-fordert-Ethik-fuers-Internet-1186318.html" target="_blank"&gt;DAS VERDAMMTE INTERNET IST SCHON LANGE KEIN RECHTSFREIER RAUM MEHR&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine ersten Erfahrungen mit Anw&#228;lten durfte ich aufgrund einer Abmahnung machen, die ich als Web-Dienste-Betreiber erhielt. Das Gewerbe- und Steuerrecht hat mich - wie die meisten Bundesb&#252;rger - nie besonders interessiert, bis ich selber ein Gewerbe anmelden musste, um Einnahmen aus dem Betrieb von Web-Diensten korrekt zu versteuern. Kontakt mit der Polizei hatte ich auch nur &#228;u&#223;erst selten und mit dem Verfassungsschutz noch nie - bis...ihr ahnt es vermutlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ALSO HALTET ENDLICH EURE BESCHEUERTEN FRESSEN und faselt nicht gebetsm&#252;hlenartig immer und immer wieder von diesem angeblichen &amp;quot;rechtsfreien Raum&amp;quot;. JEDER, aber wirklich JEDER, der irgendwie sch&#246;pferisch im Netz t&#228;tig wurde oder wird, kann best&#228;tigen, dass es kaum einen weniger mit (h&#228;ufig auch noch weitgehend sinnbefreiten) Regelungen &#252;berzogenen &amp;quot;Raum&amp;quot; wie den deutschen Cyberspace gibt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sorry, aber das musste mal raus jetzt.&lt;/p&gt;</description>
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      <title>WiX unter Linux</title>
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      <description>&lt;p&gt;Wenn man Windows-Software hat, die man in ein sch&#246;nes Setup-Paket verpacken m&#246;chte, dann hat man heutzutage unterschiedliche M&#246;glichkeiten. Die Auswahl kann man vorrangig anhand seines Geldbeutels und dem Willen, sich in neue Dinge einzuarbeiten, treffen. Auf der einen Seite gibt es das (ann&#228;hernd marktbeherrschende) InstallShield, mit welchem man mit wenig Klicks zu einem Setup-Paket kommt und trotzdem noch &amp;quot;advanced&amp;quot; Dinge umsetzen kann - beliebige Erweiterungen des Setup-Prozesses, Web-basierte Setups, solche Dinge. Den Komfort bezahlt man nat&#252;rlich auch durch saftige Preise. M&#246;chte man das umgehen, stehen noch Open-Source-Alternativen wie &lt;a href="http://www.jrsoftware.org/isinfo.php" target="_blank"&gt;Inno Setup&lt;/a&gt; im Raum, die in einem gewissen Ma&#223; mehr Einarbeitung erfordern und manche Dinge nicht unterst&#252;tzen, aber stabil und weit verbreitet sind - und kostenlos :)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://wix.sourceforge.net/" target="_blank"&gt;WiX&lt;/a&gt; - ein von Microsoft-Mitarbeitern gepflegtes Open-Source-Toolset - ist eine solche sch&#246;ne Alternative zu InstallShield. Gegen&#252;ber dem bereits erw&#228;hnten Inno Setup hat es den Vorteil, dass es auf &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Windows_Installer" target="_blank"&gt;Windows Installer&lt;/a&gt; aufsetzt, also .msi-Dateien erzeugt, die ohne weitere Executable unter allen aktuellen Windows-Versionen installiert werden k&#246;nnen - quasi das &amp;quot;Windows-Paketmanagement&amp;quot;. Einer der Nachteile aber ist meiner Erfahrung nach, dass es erheblich schwerer ist, WiX-basierte Setup-Pakete unter Linux-Systemen zu bauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber: es geht! Wichtig ist:&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Da WiX auf .NET basiert, ist nat&#252;rlich Mono zur Ausf&#252;hrung erforderlich - allerdings nicht, wie man erst meinen k&#246;nnte, Mono f&#252;r Linux, sondern &lt;span class="format_bold"&gt;Mono f&#252;r Windows&lt;/span&gt;, ausgef&#252;hrt in &lt;span class="format_bold"&gt;Wine&lt;/span&gt;. Wine kapselt also Mono f&#252;r Windows, welches wiederum die auszuf&#252;hrende WiX-Tool-Executable kapselt. Dieser Bohei ist notwendig, weil einige der WiX-Tools native MSI-APIs nutzen, die Mono logischerweise nicht mitbringt, Wine aber schon.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Je nach verwendeter Wine-Version kann es vorkommen, dass der WiX-Linker &amp;quot;light&amp;quot; mit einer Fehlermeldung von einer ihm unbekannten Windows-Codepage 1252 abbricht. Der Grund hierf&#252;r ist &lt;a href="http://bugs.winehq.org/show_bug.cgi?id=25182" target="_blank"&gt;Bug #25182&lt;/a&gt;, ein erst in &lt;span class="format_bold"&gt;Wine-Version &amp;gt;= 1.3.8&lt;/span&gt; gefixter Fehler in einer der MSI-Funktionen. Speziell die in vielen Linux-Distributionen &#252;ber das Paketmanagement verf&#252;gbaren Versionen sind ja meist etwas &#228;lter, weshalb ich z.B. die aktuellste Head-Version von Wine ziehen und kompilieren musste.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;Wenn man diese Dinge beachtet hat, kann man die WiX-Tools anschlie&#223;end mit einer Kommandozeile nach dem Muster&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_code"&gt;wine&amp;#160;mono&amp;#160;candle.exe&amp;#160;(...)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;starten, und der Tag ist gerettet :o)&lt;/p&gt;</description>
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      <title>Kill Switch</title>
      <link>http://www.firehead.de/21</link>
      <description>&lt;p&gt;Lange habe ich ger&#228;tselt, ob die Leute, die sowohl in &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/usa-umstrittenes-internetgesetz-obama-und-der-ausschalt-knopf-1.962900" target="_blank"&gt;Amerika&lt;/a&gt; als auch &lt;a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/BDK-Verkehrsregeln-und-Notschalter-fuer-das-Internet-1039912.html" target="_blank"&gt;Deutschland&lt;/a&gt; schon &amp;quot;Not-Aus-Kn&#246;pfe&amp;quot; f&#252;r das Internet gefordert haben, einfach nur dumm wie Brot sind oder so verblendet, dass sie wirklich glauben, das sei f&#252;r irgendwas n&#252;tzlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit gestern wissen wir, wof&#252;r Internet-Kill-Switches &lt;a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aegypten-ist-offline-und-ohne-Mobilfunk-4-Update-1179102.html" target="_blank"&gt;tats&#228;chlich&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,742232,00.html" target="_blank"&gt;eingesetzt&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/proteste-in-aegypten-regierungsbefehl-netzsprerre-1.1052458" target="_blank"&gt;werden&lt;/a&gt;. So viel zum Thema, das sei eine gute Idee, einer Regierung zu erlauben, sowas zu installieren. Und jetzt kommt mir mal keiner damit, wir w&#228;rn ja eine Demokratie undsoweiter, da w&#252;rde schon nix derartiges passieren - in 95% der lupenreinen Demokraten, die da im Bundestag sitzen, schlummert doch auch ein kleiner Diktator, der nur zu gern etwas mehr an die frische Luft k&#228;me. Demokratien zeichnen sich im Gegenteil dadurch aus, dass sie erst gar keine in Diktaturen erprobten Volks-Repressionsmittel brauchen!&lt;/p&gt;</description>
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      <title>Der neue Sozialismus</title>
      <link>http://www.firehead.de/20</link>
      <description>&lt;p&gt;&amp;quot;Sozial&amp;quot;, was f&#252;r ein durch und durch positiv belegter Begriff...&amp;quot;sozial sein&amp;quot;, das hei&#223;t, sich f&#252;r seine Mitmenschen einzusetzen, dem Egoismus zu entsagen und &#252;berhaupt ganz selbstlos gute Dinge f&#252;r andere zu tun. Selbst den Amerikanern, die ja &amp;quot;socialism&amp;quot; nach wie vor prim&#228;r als Schimpfwort verstehen, ist noch nicht so recht aufgegangen, dass &amp;quot;social&amp;quot; den Wortstamm besagten Schimpfworts darstellt, und so findet man auch &#252;ber dem gro&#223;en Teich &amp;quot;social stuff&amp;quot; meist recht gut, insbesondere wenn er im Internet stattfindet, am Besten nat&#252;rlich in &amp;quot;social networks&amp;quot;. Das dachte sich wohl auch Blizzard, als man dort die Pl&#228;ne f&#252;r &lt;a href="http://eu.battle.net/realid/?rhtml=y" target="_blank"&gt;RealID&lt;/a&gt;, die Grundlage des auf Deutsch sogenannten &amp;quot;Freundschaftssystems&amp;quot; schmiedete. Warum nicht auf Basis der zweifelsohne existenten, gro&#223;en Spielercommunity um Blizzard-Spiele eins dieser hei&#223;begehrten Social Networks schneidern, die immer gr&#246;&#223;ere Teile des Internet und vor allem der Online-Zeit seiner Bewohner verschlingen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnapsidee. Punkt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Warum es gut ist, ein bisschen schizophren zu sein...&lt;/div&gt;Praktisch jeder, der das Internet schon etwas l&#228;nger nutzt, vielleicht dessen erste Boom-Phase Ende der Neunziger aktiv erlebt hat, besitzt ein &amp;quot;zweites Ich&amp;quot;, eine Online-Identit&#228;t unter einem (oder einer Reihe von sich oftmals &#228;hnelnden) Pseudonymen. Unter dieser Identit&#228;t, diesem &amp;quot;Nickname&amp;quot; ist man in Foren aktiv, kommentiert Blogpostings, chattet im IRC und tut alles sonst, was man so an &amp;quot;sozialen&amp;quot; Dingen im Netz tut - und schon lange tun konnte, bevor die Social Networks all das als ihr Territorium betrachteten und begannen, die durch den frei w&#228;hlbaren Nickname recht sauber von der normalen, b&#252;rgerlichen Identit&#228;t eines Menschen abgetrennte Online-Identit&#228;t mehr und mehr aufzul&#246;sen, einfach indem statt des Nickname der &amp;quot;echte&amp;quot;, b&#252;rgerliche Name, der &amp;quot;Realname&amp;quot;, als zentrales Identifikationsmerkmal herhalten durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bringt unzweifelhaft ein paar Vorteile mit sich. Den echten Namen wechselt man nicht so leicht wie einen Nickname, notorischen St&#246;rern wird also eine h&#246;here psychische H&#252;rde bei der Aus&#252;bung ihrer St&#246;rereien in den Weg gelegt. Auch findet man aus dem normalen Leben bekannte Personen leichter im virtuellen Raum, wenn diese hier wie dort auf denselben Namen h&#246;ren. Und man muss sich keine Nicknames mehr einfallen lassen, unter denen nicht schon zigtausend andere Menschen unterwegs sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit hat sich's dann aber auch schon erledigt mit den Vorteilen - zumindest auf User-Seite. Die Nachteile sind deutlich umfangreicher, zeigen sich aber t&#252;ckischerweise erst l&#228;ngerfristig, weshalb sie - anders als die Vorteile - nicht jedem sofort ins Gesicht springen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine hervorstechende, positive Eigenschaft des Internet, oft betont gerade in den Neunzigern, als die breite Masse sich zaghaft an das neue Medium heranwagte, war, dass online jeder Mensch zun&#228;chst ein v&#246;llig unbeschriebenes Blatt war. Hautfarbe, Religion, Nation - sowas gab es online nicht, weil man nichts hatte, woran man sein Gegen&#252;ber in eine der im Real-Life sonst so gern genutzten Schubladen stecken konnte. Was heutzutage trotz gebetsm&#252;hlenartiger gegenteiliger Beteuerungen seitens der Personaler am laufenden Band passiert, dass &lt;a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,676649,00.html" target="_blank"&gt;Bewerber mit ausl&#228;ndisch klingenden Namen klar benachteiligt werden&lt;/a&gt;, das gab es online nicht. Wie denn auch, wo sich jeder jeden Namen geben konnte? Online war jeder Mensch zun&#228;chst einfach nur ein Mensch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese alternative, zweite Identit&#228;t ist gleichbedeutend mit einer enormen Steigerung der Selbstbestimmungsm&#246;glichkeiten. Ein Online-User mit konsequent vom Reallife getrenntem &amp;quot;Online-Leben&amp;quot; hat sehr viel mehr Macht &#252;ber die Wahrnehmung seiner eigenen Person durch Andere, wie jemand, der diese Trennung nicht konsequent vollzog und aufrechterh&#228;lt. Derartige Macht kann und wird nat&#252;rlich mi&#223;braucht, etwa bei der Vorspiegelung v&#246;llig falscher Tatsachen, um einen anderen Menschen dazu zu ermuntern, etwas f&#252;r ihn sch&#228;dliches zu tun. Aber genauso wird die Freiheit, nachts ohne verhaftet zu werden auf die Stra&#223;e gehen zu k&#246;nnen von Einzelpersonen mi&#223;braucht, um im Schutz der Dunkelheit Einbr&#252;che zu begehen. Niemand w&#252;rde auf die Idee kommen, man m&#252;sse deswegen sofort Ausgangssperren verh&#228;ngen. Warum sollte also ein enormer Freiheitsgewinn, ein Gewinn an M&#246;glichkeiten, sein Leben online wie offline selbstbestimmt zu leben, im Internet wegen ein paar nervigen Trollen in irgendwelchen Foren und ein paar Trickbetr&#252;gern geopfert werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit denen wurde und wird man seit jeher anders fertig, mit Reputation-Systemen in Foren z.B. oder Bewertungssystemen f&#252;r User-Generated Content. F&#252;r die ganz harten Betrugsf&#228;lle gibt es au&#223;erdem zig M&#246;glichkeiten der R&#252;ckverfolgung, jedenfalls dann, wenn die Betr&#252;ger nicht versiert genug f&#252;r den Umgang mit echter, wirksamer Anonymisierungstechnologie sind - und die beachtlichen Aufkl&#228;rungsquoten von online begangenen Verbrechen mit nennenswertem Umfang zeigen recht anschaulich die Effektivit&#228;t dieser M&#246;glichkeiten. Keiner braucht hier wirklich echte Namen, zumindest nicht, so lange es nicht um das Reallife direkt betreffende Transaktionen geht (das Online-Banking z.B.), f&#252;r welche die Kenntnis der &amp;quot;echten&amp;quot; Identit&#228;t eine Grundvoraussetzung ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;...und wer von echten Namen wirklich profitiert!&lt;/div&gt;Aber um derartiges geht es in aller Regel auch gar nicht, wenn mal wieder ein Betreiber irgendeines Webdienstes meint, einen auf Social Network machen zu m&#252;ssen. Denn Betreiber solcher Dienste haben noch ganz andere, direkt in monet&#228;re Wertsteigerung ihrer Angebote umsetzbare Vorteile davon, wenn sie die Realnames ihrer Nutzer kennen, optimalerweise gleich mit Adresse, sexueller Neigung, politischer Orientierung und Monatseinkommen. Derartige Informationen erh&#246;hen den Wert der Nutzerdatens&#228;tze massiv, und mit ihnen auch den Wert aller Daten, die man mit diesen Nutzerdatens&#228;tzen zusammenf&#252;hren kann (z.B. der Information, wer sich f&#252;r Diskussionen zu einem bestimmten Thema interessiert). Wenn f&#252;r Social Networks Milliardensummen bezahlt werden, dann geschieht dies in erster Linie, weil der Wert der Nutzerdaten und -community auf diese Unsummen gesch&#228;tzt wird, nicht weil die dahinterstehende Software so toll w&#228;re (Facebook in seinen Anf&#228;ngen konnte man als ge&#252;bter Entwickler praktisch als Urlaubsprojekt ohne gro&#223;artige Einbu&#223;en in der Funktionalit&#228;t nachbauen; der technische Anspruch war geradezu l&#228;cherlich).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Nach Google nun Blizzard?&lt;/div&gt;Verst&#228;ndlich also, dass sich keiner &amp;quot;sein&amp;quot; St&#252;ck von diesem Kuchen nehmen lassen m&#246;chte und jeder bestrebt ist, seine Dienste enger mit der realen Identit&#228;t der Nutzer zu verweben. Dass sowas aber auch ganz gewaltig nach hinten losgehen kann, musste Google beispielsweise vor nicht allzu langer Zeit am eigenen Leib erfahren, als der zweite Vorsto&#223; des Web-Giganten in Richtung Social Network medienwirksam gegen die Wand donnerte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht nat&#252;rlich um Buzz, Googles auf GMail aufsetzendes &amp;quot;Social Network&amp;quot;. Und damit ist im Kern auch schon gesagt, warum das Ding an die Wand donnerte: auf das Medium e-Mail - ein gleicherma&#223;en f&#252;r h&#246;chst vertrauliche wie banale Kommunikation eingesetztes Medium - ein soziales Netzwerk mit der f&#252;r diese Netze typischen Sorglosigkeit im Umgang mit Informationen zur Verkn&#252;pfung von Personen untereinander aufzusetzen ist Irrsinn, der besonders deutlich wird, wenn man mal einen genaueren Blick auf die Bedeutung eines &amp;quot;Freundes&amp;quot; in einem beliebigen Social Network und die Bedeutung eines Mailkontaktes wirft. In einem Social Network ist ein &amp;quot;Freund&amp;quot; jemand, den ich freiwillig in diesen Status erhebe. Ich muss das nicht tun, ich habe erst mal keinerlei Nachteile, wenn ich das bei einem bestimmten Menschen nicht tue, ich habe weitgehend freie Wahl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei e-Mail gestaltet sich das etwas anders. Die Gr&#252;nde, warum ich mit jemandem per Mail kommuniziere, k&#246;nnen h&#246;chst unterschiedlich sein, und haben oftmals nichts damit zu tun, dass ich die Person in irgendeiner Weise &amp;quot;m&#246;gen&amp;quot; w&#252;rde - man denke nur einmal an rein gesch&#228;ftlichen Mailverkehr. Aus Mailkontakten also auf &amp;quot;Freundschaften&amp;quot; zu schlie&#223;en, wie es eben Google mit Buzz automatisiert versuchte, ist daher praktisch von vorneherein zum Scheitern verurteilt. E-Mail ist einfach von Grund auf ein anderes Medium wie Social Networks; sie wird f&#252;r andere Zwecke eingesetzt und taugt nicht als Grundlage f&#252;r ein solches Netzwerk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, und nun zu Blizzard: die bekannte Spieleschmiede verk&#252;ndete k&#252;rzlich, dass sie &lt;a href="http://forums.battle.net/thread.html?topicId=25626109041&amp;amp;sid=3000&amp;amp;pageNo=1" target="_blank"&gt;in ihren Foren zuk&#252;nftig nur noch echte Vor- und Nachnamen als Absender verwenden wollen&lt;/a&gt; statt der bisherigen Pseudonyme. Ohne Zweifel geht dieses Vorhaben Hand in Hand mit den zuvor schon erw&#228;hnten RealID-Bem&#252;hungen und dient dem l&#228;ngerfristigen Ziel, aus der Blizzard-Community eine Art Social Network zu formen, in welchem der Umgang mit Realnamen gang und g&#228;be sein soll. Nur: es stellt sich ein &#228;hnliches Grundproblem wie bei Buzz, die Ausgangsbasis passt einfach nicht wirklich auf die Gegebenheiten in Social Networks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tatsache, dass ich in irgendwelchen (&#246;ffentlich einsehbaren!) Foren &#252;ber ein Spiel diskutiere, dessen Community ich angeh&#246;re, hat mit meinem Reallife erst einmal nichts zu tun. Es geht um das Spiel, in dem ich (wie im Fall von World of Warcraft z.B.) eventuell sogar explizit einen Charakter in einer Fantasiewelt, ein Alter Ego also, spiele. Da braucht es keine Querverbindungen zu meinem sonstigen Leben, denn f&#252;r die wenigen Mitspieler, denen ich diese Querverbindung erm&#246;glichen m&#246;chte - Gildenmitglieder, die ich pers&#246;nlich kenne z.B. - kann ich dies erm&#246;glichen, ohne dass Blizzard erst mal eine generelle und erzwungene Entpseudonymisierung implementieren muss, die praktisch jedermann erlaubt, besagte Querverbindungen herzustellen. Welche Probleme man sich mit sowas einhandeln kann musste ein Community Manager von Blizzard am eigenen Leib sp&#252;ren, nachdem er - noch vor Einf&#252;hrung des besagten Realname-Systems in den Foren - seinen realen, b&#252;rgerlichen Namen freiwillig gepostet hat, um die Nutzer von der Harmlosigkeit dieser Aktion zu &#252;berzeugen: der Schuss ging gewaltig nach hinten los, denn kurze Zeit sp&#228;ter &lt;a href="http://www.gamona.de/games/activision-blizzard,blizzards-bashiok-ist-erstes-opfer-der-real-id:news,1769743.html" target="_blank"&gt;kannte man eine F&#252;lle von privaten Informationen &#252;ber ihn, inklusive seiner Telefonnummer&lt;/a&gt;, alles zusammengetragen durch geschickte Nutzung von Google, Social Networks und weiterer, allgemein verf&#252;gbarer Datenquellen. Schade f&#252;r den gebeutelten Mitarbeiter, aber ein hervorragendes und lebendiges Beispiel, welche Problematik in Blizzards Vorhaben liegt. Ich sage: danke daf&#252;r, und &amp;quot;selbst schuld&amp;quot;, armer Mitarbeiter!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar, noch kann ich durch Nicht-Nutzung der offiziellen Blizzard-Foren der Realname-Ver&#246;ffentlichung entgehen. Aber es reicht aus, den eingeschlagenen Weg nur minimal in die Zukunft zu extrapolieren, um sich vorstellen zu k&#246;nnen, dass der Realname in Zukunft beispielsweise auch in Armory-Profilen der eigenen Charaktere oder ohne die Bedingung, auf einer Freundesliste zu stehen, direkt ingame sichtbar sein k&#246;nnte. &amp;quot;Salamitaktik&amp;quot; nennt man ein derartiges Vorgehen auch, bei welchem dem Gegen&#252;ber in kleinen Schritten immer weitere Zugest&#228;ndnisse abgerungen werden, bis er letztlich alles tut, was man urspr&#252;nglich wollte, aber glaubt, nur wenig Zugest&#228;ndnisse gemacht zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie viele &amp;quot;Einzelf&#228;lle&amp;quot; wie den des besagten Blizzard-Mitarbeiters muss es noch geben, bis die breite Masse den Wert von Pseudonymisierung und Anonymit&#228;t wieder erkennt und die Betreiber effektiv gezwungen sind, derartige W&#252;nsche zu respektieren? Ich wei&#223; es nicht, aber ich tippe auf &amp;quot;ziemlich viele&amp;quot; :-(&lt;/p&gt;</description>
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      <title>BREAKING NEWS: Geplantes Developer Agreement f&#252;r iPhone OS 5 geleakt!</title>
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      <description>&lt;p&gt;&lt;div class="format_quote"&gt;&lt;div class="quotesigns"/&gt;3.3.1 &#8212; Applications may only use Documented APIs in the manner prescribed by Apple and must not use or call any private APIs. Applications must be originally written in Objective-C, C, C++, or JavaScript as executed by the iPhone OS WebKit engine, and only code written in C, C++, and Objective-C may compile and directly link against the Documented APIs (e.g., Applications that link to Documented APIs through an intermediary translation or compatibility layer or tool are prohibited). Applications must be originally written by developers which have to be dressed in a black turtleneck sweater and which are sitting at a desk with a minimum size of 30 by 58 by 22 inches when writing code (e.g. writing code that links to Documented APIs when being naked is prohibited, writing code that links to Documented APIs on the toilet is prohibited, writing code that links to Documented APIs when sitting naked on the toilet is strictly prohibited). The single approved source of liquid for developers while writing code that links to Documented APIs is grape juice from California's Navarro vineyards, because that is Steve Jobs' favorite (*** NOTE: REMOVE REFERENCE TO SOURCE OF RULE BEFORE PUBLISHING IN IPHONE DEV CENTER ***).&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Okay, nat&#252;rlich ist das da oben ein Fake. Entstanden in Verbitterung dar&#252;ber, dass sich Apple nun offenbar &lt;a href="http://www.engadget.com/2010/04/08/apples-iphone-lockdown-apps-must-be-written-in-one-of-three-la/" target="_blank"&gt;anma&#223;t, die Ausgangssprache f&#252;r iPhone-Apps festzulegen&lt;/a&gt;. Warum stinkt mir das? Weil es technisch v&#246;llig ohne Belang ist! Die Quellsprache, in der man als Entwickler arbeitet, ist f&#252;r die Lauff&#228;higkeit des Resultats auf einer Plattform genauso irrelevant wie es irrelevant ist, ob man den Code zwischen 9 und 17 Uhr im B&#252;ro oder mit der Pizza in der Hand sp&#228;t nachts im Bett liegend schreibt. Wenn es l&#228;uft und die Qualit&#228;tsstandards von Apple erf&#252;llt (die angesichts des 90%-absoluten-Schrott-Anteils im App Store ja auch nicht besonders hoch zu liegen scheinen) kommt es in den Store, und wenn es seinen Preis f&#252;r die K&#228;ufer wert ist wird es gekauft. Dem Endkunden ist es vollkommen wurst, auf welchem Weg die Anwendung erstellt wurde, so lange ihre Qualit&#228;t stimmt, und mit dieser Endkunden-zentrierten Sicht sollte auch Apple an die Sache rangehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber der Endkunde steht bei Apple ja schon lang nicht mehr im Fokus - viel wichtiger ist, das Business-Modell des App Store und die damit verbundene Gelddruckmaschine zu protegieren und die Lock-In-Effekte in die iPhone-OS-Plattform sowohl f&#252;r Entwickler als auch Endkunden zu maximieren. Ein &lt;a href="http://daringfireball.net/2010/04/why_apple_changed_section_331" target="_blank"&gt;augen&#246;ffnender Artikel&lt;/a&gt; von John Gruber (den man mit etwas Vorsicht genie&#223;en muss, weil er bekennender Apple-Enthusiast ist und daher...nun ja...zumindest in meinen Augen etwas voreingenommen pro Apple schreibt) erkl&#228;rt recht gut die Business-Seite hinter dieser Aktion und warum sie aus Apples Sicht Sinn macht. Das zweifel ich auch gar nicht an - ich zweifel nur stark seine Schlussfolgerung an, dass es letztlich auch f&#252;r den Endkunden eine vorteilhafte Entscheidung sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn f&#252;r den z&#228;hlt nur: gibt es eine App, die mir bei dem, was ich machen will, hilft, und ist sie qualitativ gut genug, dass sie ihren Preis wert ist? Ob die App in Objective C geschrieben ist oder mittels eines Cross-Compilers erzeugt wurde ist bei gleicher Qualit&#228;t des Endergebnisses irrelevant, und wenn die Cross-Compiler das Erstellen einer qualitativ ebenb&#252;rtigen App verunm&#246;glichen sollten regelt entweder die Apple-Qualit&#228;tskontrolle oder schlie&#223;lich der Markt die Situation, sprich die App wird nicht gekauft. Das ist aber eine Frage, die in jedem Einzelfall zu kl&#228;ren ist und die sich nicht mittels &amp;quot;Generalerlass&amp;quot; contra alternativer bzw. Cross-Compiler erschlagen l&#228;sst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Nachtrag&lt;/div&gt;Stevieboy himself hat scheinbar &lt;a href="http://www.taoeffect.com/blog/2010/04/steve-jobs-response-on-section-3-3-1/" target="_blank"&gt;auch den Gruber-Artikel gelesen&lt;/a&gt; und best&#228;tigt damit die gesch&#228;ftlichen &#220;berlegungen. Viel interessanter ist aber die Gegenargumentation von Greg Slepak, n&#228;mlich dass es durchaus F&#228;lle hochqualitativer Cross-Platform-Applikationen auf der Mac-Plattform gab (die iPhone-Plattform selbst kann noch nicht f&#252;r Beispiele herhalten, weil die Cross-Platform-Entwicklung dort noch in den Kinderschuhen steckt und da nun wohl auch nie rauskommen wird) und es somit auf eine Einzelbetrachtung ankommt.&lt;/p&gt;</description>
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      <title>Das Geheimnis von Googles Erfolg - und Niedergang?</title>
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      <description>&lt;p&gt;Wenn es etwas gibt, wovon Google erwiesenerma&#223;en wirklich gar keine Ahnung hat, dann sind das Social Networks. War bislang das trotz seines schon recht fr&#252;hen Starts international am Rande der Irrelevanz herumkrebsende Orkut die einzige Peinlichkeit, die sich der Gigant aus Mountain View in diesem Bereich geleistet hat, legte das Unternehmen vergangene Woche mit &amp;quot;&lt;a href="http://gmailblog.blogspot.com/2010/02/google-buzz-in-gmail.html" target="_blank"&gt;Buzz&lt;/a&gt;&amp;quot; nach - und lieferte einen weiteren Fehlschlag ab, der diesmal daf&#252;r so richtig in die Hose ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,677767,00.html" target="_blank"&gt;Spiegel-Online-Artikel&lt;/a&gt; fasst die Reaktionen aus der Netzgemeinde und Googles fast panisch anmutendes Gefrickel an ihrer neuen Sch&#246;pfung ganz gut zusammen, so dass ich mir das jetzt spare und mich lieber gleich der Frage widme: warum kriegt Google diesen Social-Kram partout nicht auf die Kette? Es zeichnet sich ja schon so ein gewisses Muster ab: f&#252;r alles, was &amp;quot;nur&amp;quot; das Herumschieben gigantischer Datenmassen erfordert, hat Google ein gut am Markt platziertes Tool am Start (Suche? Google Search! Web-Traffic-Analyse? Google Analytics! E-Mail? Google Mail! Web-Videos? YouTube! Karten? Google Maps! undsoweiterundsoweiter), aber bei diesem neumodischen sozialen Kram muss sich Google st&#228;ndig von anderen Unternehmen die Show stehlen lassen. Schon das bereits erw&#228;hnte Orkut kennt au&#223;erhalb Brasiliens kein Schwein, auch kenne ich niemanden, der ein &amp;quot;Google Profile&amp;quot; pflegen w&#252;rde - daf&#252;r aber eine Unzahl von Leuten, die entweder bei Facebook, MySpace oder einem der deutschen Copycats StudiVZ, Wer-kennt-Wen, Lokalisten, ... oder gleich bei allen Genannten gleichzeitig irgendwelche Profile und Freundeslisten pflegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Praise the Holy Algorithm...&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Google huldigt seit jeher, seit den Anf&#228;ngen als reiner Search-Provider bis heute, dem heiligen Algorithmus und seiner unermesslichen, zeitfressende manuelle Arbeit wegrationalisierenden Macht. Zur Anfangszeit des World Wide Web, also lange vor Google, waren Webverzeichnisse die erstbeste Anlaufstelle zur Orientierung im damals noch nicht sooo gro&#223;en, aber doch schon &#252;ber das Aufnahmeverm&#246;gen eines einzelnen Menschen hinausgehenden Informationskosmos. Aus diesen Verzeichnissen gingen mehr oder weniger die ersten Giganten wie Yahoo! hervor, aber sie hatten einen gewaltigen Nachteil: waren die paar Hansel, die diese Verzeichnisse pflegten, anf&#228;nglich noch ausreichend, um das sp&#228;rliche Angebot angemessen zu durchforsten und zu katalogisieren, stieg der Bedarf an Manpower bald ins Unermessliche, ohne dass dem - trotz der im Zuge der .com-Blase ins Irrwitzige gehypedten Unternehmenswerte - ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen gegen&#252;berstanden. Als Resultat davon sank die Relevanz h&#228;ndisch erstellter Web-Verzeichnisse rapide und ein neuer Markt, n&#228;mlich der f&#252;r Volltext-Web-Suchmaschinen, tat sich auf, auf dem sich zun&#228;chst neue Player sowie alteingesessene Portale, die sich nicht nur auf ihre Verzeichnisse verlassen wollten, breit machten. Schnell stellte sich jedoch heraus: mit dem einfachen Adaptieren bestehender Suchindex-Technologien auf das Web und damit einhergehend dem Auswerfen von Seiten, die ein gesuchtes Wort enthalten, war kein Blumentopf zu gewinnen - uuuuund Auftritt: Google und der revolution&#228;re &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pagerank" target="_blank"&gt;PageRank-Algorithmus&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo andere auf manuelle Arbeit vertrauten, steckte Google lieber seine Energie in die Entwicklung eines wie die Faust aufs Auge passenden Algorithmus und dessen effiziente Implementierung, die dann dank immer billiger werdender Rechenleistung sehr viel besser mit den wachsenden Informationsbergen skalieren konnte wie jedweder manueller Ansatz. Das war Googles initialer Wettbewerbsvorteil und erlaubte es dem Unternehmen, mit geringem Startkapital und gerade mal einem &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Google&#8217;s_First_Production_Server.jpg" target="_blank"&gt;einzigen Rack mit Servern&lt;/a&gt; das damals zugegebenerma&#223;en noch winzige World Wide Web fast so effizient wie &#252;ber Linkverzeichnisse durchsuchbar zu machen &lt;span class="format_bold"&gt;und&lt;/span&gt; mit dem wachsenden Web bezahlbar zu skalieren. Damals wurde Google zur Kirche des heiligen Algorithmus, und wenn sich &#252;ber all die Jahre ein Pattern wirklich gehalten hat dann ist es jenes, dass Google immer und zuallererst versucht, Probleme durch das Fassen in Formeln und Automatisierung zu l&#246;sen - dabei fielen viele gro&#223;artige Dinge wie riesige Mailkonten plus komfortabler Suche dar&#252;ber, ein Mapping-Dienst mit erstaunlichem Interpretationsverm&#246;gen f&#252;r Sucheingaben und &#228;hnliche Meisterleistungen ab, aber auch manch netter, wenn auch logisch erkl&#228;rbarer Fauxpas wie zum Beispiel die &lt;a href="http://mashable.com/2009/08/11/funniest-google-suggest-results/" target="_blank"&gt;lustigen Google-Suggest-Ergebnisse&lt;/a&gt; (und die da sind nur die Spitze des Eisbergs, gewisserma&#223;en eine f&#252;r die pr&#252;den Amis vertr&#228;gliche Auswahl, da gab es noch welche von ganz anderem Kaliber). Und eben auch Totalausf&#228;lle wie Googles Versuche mit dem &amp;quot;social stuff&amp;quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manche Dinge lassen sich einfach nicht zufriedenstellend durch das Anwenden von Algorithmen l&#246;sen. Und auch wenn es gang und g&#228;be ist, dass Algorithmen uns an unz&#228;hligen Stellen Arbeit abnehmen: Manchmal m&#246;chte man als Mensch einfach nicht durch einen besserwisserischen Algorithmus &amp;quot;bevormundet&amp;quot; werden. Zum Beispiel bei der Auswahl seiner Freunde - und das gilt selbst wenn es nur um &amp;quot;virtuelle Freunde&amp;quot; geht, also das, was der durchschnittliche Social-Network-Nutzer (zugegebenerma&#223;en in einer etwas b&#246;swilligen Betrachtung ;-)) als Schwanzverl&#228;ngerung zu begreifen scheint und wovon er daher versucht, absurde drei- bis vierstellige Mengen zu sammeln. Ein Algorithmus, der eine solche Liste mit den Leuten &amp;quot;bef&#252;llt&amp;quot;, mit denen man mehrmals Mails ausgetauscht hat, scheint erst einmal diesem Wunsch voll und ganz zu entsprechen - das Problem dabei ist nur: w&#228;hrend viele Menschen kein Problem damit zu haben scheinen, &amp;quot;irgendwen&amp;quot; den sie kaum kennen auf ihrer Friendlist stehen zu haben (l&#228;sst ja den Freundesz&#228;hler um eins ansteigen!), kennt jeder ganz bestimmte Personen, die er da um keinen Preis stehen haben m&#246;chte. Und das sind nicht unbedingt Leute, zu denen man keinen Mail-Kontakt hat - ganz im Gegenteil: Mails von der oder dem Ex hat man m&#246;glicherweise tonnenweise auf seinem Account rumliegen, fein s&#228;uberlich archiviert in einem Ordner, und man will die vielleicht auch nicht unbedingt l&#246;schen. Das hei&#223;t jedoch nicht, dass der Ex via Buzz k&#252;nftig &#252;ber alle eigenen Aktivit&#228;ten informiert werden soll, bis hin zum aktuellen Aufenthaltsort. Dasselbe gilt f&#252;r den Chef oder im Falle von Freelancern dem aktuellen Auftraggeber - da ist intensiver Mailkontakt durchaus normal, gleichzeitig will man diesen Personen aber nicht gleich alle weiteren privaten wie beruflichen Kontakte offenlegen, weil es sich bei diesen Kontakten eben nur selten um echte &amp;quot;Freunde&amp;quot; handelt, denen man alles erz&#228;hlen kann (und will!). Es gibt keinen Algorithmus, der derartige zutiefst menschliche Dinge ausreichend gut ber&#252;cksichtigen k&#246;nnte, dass man ihn ohne zwingend erforderliche Best&#228;tigung durch die betreffende Person auf eine &#246;ffentlich einsehbare Kontaktliste loslassen k&#246;nnte; und wenn es ihn doch gibt, dann hat selbst Google kein Datenmaterial in auch nur ann&#228;hernd ausreichendem Umfang zur Verf&#252;gung, auf dessen Basis er operieren k&#246;nnte. Google glaubte indes, sie k&#246;nnten auch das Finden von Freunden automatisieren - und fiel damit verdienterma&#223;en auf die Schnauze. F&#252;r derartige Arroganz geh&#246;rt der Konzern in der Tat mal bestraft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;...und woran Google wirklich scheitern k&#246;nnte&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;So richtig interessant wird das alles aber erst, wenn man sich vor Augen h&#228;lt, was Google &#252;berhaupt dazu motiviert hat, einen Dienst wie Buzz zu ver&#246;ffentlichen: die kalte Angst vor einem Web, in dem Google nicht mehr die Funktion des m&#228;chtigsten Traffic-Verteilers inneh&#228;lt, und in der Google sein praktisch einziges profitbringendes Standbein, die Online-Werbung, schneller wegbrechen k&#246;nnte als die Firma eine &#228;hnlich lukrative Geldquelle auftreiben kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor 6-7 Jahren sah das Web noch sehr viel anders aus als heute: klar, es waren weniger Leute drin unterwegs, weil ein Internetzugang noch so ein bisschen was f&#252;r Nerds war und die gro&#223;e Masse noch nicht recht wusste, was das eigentlich alles soll, aber insbesondere gab es viel weniger gro&#223;e Gatekeeper, die abgeschottete &amp;quot;Sub-Webs&amp;quot; betrieben, w&#228;hrend es heute eine Unmenge davon gibt. Vor 7 Jahren hatte der typische &amp;quot;Netizen&amp;quot; eine klassische Website zur Selbstdarstellung, entweder bei einem der unz&#228;hligen Free-Webspace-Provider oder bei den g&#252;nstigen Shared-Webhosting-Anbietern &#225;la 1&amp;amp;1 oder Strato, die in diesen Jahren ihren gro&#223;en Boom erfuhren. Er trieb sich in diversen meist &#246;ffentlichen Webforen (und als richtiger Nerd nat&#252;rlich auch im Usenet!) herum, fing dann vielleicht sp&#228;ter das Bloggen an, und all dieses Tun erzeugte in der Regel Content, der von Suchmaschinen wie Google indexiert und verwertet werden konnte - weil er &#246;ffentlich einsehbar war. Und alles, was nicht von jedermann durch simple Kenntnis der URL abrufbar war - E-Mails zum Beispiel, oder Beitr&#228;ge in geschlossenen Forenbereichen - war ganz bewusst privat, nicht erreichbar f&#252;r die Crawler. Die Trennung war sauber und einfach, alles war irgendwie &amp;quot;gut&amp;quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute hat der Durchschnitts-Netznutzer keine Website mehr, sondern ein bis unz&#228;hlige Profile bei einem bis unz&#228;hligen &amp;quot;Networks&amp;quot;. Gepostet wird nicht mehr in Usenet oder Webforen, sondern in &amp;quot;Gruppen&amp;quot;, die per se nur Mitglieder des zugeh&#246;rigen sozialen Netzwerks einsehen k&#246;nnen. Auch Nachrichten werden immer h&#228;ufiger innerhalb der Networks ausgetauscht und nicht mehr per klassischer Mail. Praktisch alle Social Networks arbeiten mit Hochdruck daran, ihre eigenen Mikrokosmen im gro&#223;en WWW aufzubauen und klar ihre Claims gegen die Konkurrenz abzustecken - zu nichts anderem dienen n&#228;mlich APIs wie die von Facebook, &#252;ber welche zum Beispiel die unter Facebook-Nutzern sehr beliebten Zynga-Games (Farmville, Mafia Wars etc.) und unz&#228;hlige weitere kleine und gr&#246;&#223;ere &amp;quot;Apps&amp;quot; realisiert sind. Alles nat&#252;rlich nur erreichbar, wenn man im &amp;quot;Facebook-Web&amp;quot; eingeloggt ist, also auch unerreichbar f&#252;r klassische Web-Crawler, und zwar v&#246;llig egal ob es sich dabei um tats&#228;chlich private Dinge handelt oder um ein Hilfegesuch zu einem Programmierproblem und die darauffolgende Hilfestellung, wie es sie millionenfach im &amp;quot;alten&amp;quot; Web gab und aus denen noch Jahre sp&#228;ter unerwarteter Nutzen von Menschen gezogen wird, die dar&#252;ber bei einer Websuche stolpern. Genau diese Entwicklung kann ganz schnell zu einem Problem f&#252;r Google werden und ist sicher mit ein Grund daf&#252;r, dass der Suchmaschinenbetreiber in den letzten Jahren mit steigender Intensit&#228;t nach weiteren Gesch&#228;ftsfeldern sucht und eine Anwendung nach der anderen ver&#246;ffentlicht in der Hoffnung darauf, sich auf diese Weise weit genug diversifizieren und vom bislang noch zu wichtigen Haupt-Standbein &amp;quot;Werbung in den Suchergebnissen&amp;quot; unabh&#228;ngig machen zu k&#246;nnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So unglaubw&#252;rdig es klingt: Google kann schneller obsolet werden, als man das f&#252;r m&#246;glich h&#228;lt - insbesondere wenn man das Internet &amp;quot;vor Google&amp;quot; und den Aufstieg des Suchmaschinenriesen miterlebt hat. Unter dieser Pr&#228;misse stellen sich Engagements wie die Android-Plattform oder Googles neuerlicher Vorsto&#223; in den Bereich Car Navigation pl&#246;tzlich in einem etwas anderen Licht dar: statt um die Weltherrschaft geht es vielmehr um das profane, nackte &#220;berleben im zersplitterten Internet von Morgen.&lt;/p&gt;</description>
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      <title>26C3.1</title>
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      <description>&lt;p&gt;Dieses Jahr hab ich mich - unter anderem, weil ich mich jetzt r&#228;umlich mit D&#252;sseldorf doch n bisschen n&#228;her an Berlin befinde als vorher - nun endlich mal dazu aufgerafft, mal einen C3 nicht nur per Stream, sondern live mitzuverfolgen. Was ich jetzt nach den ersten 2 Tagen auf jeden Fall sagen kann ist: es wird nicht der Letzte sein ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ganze kann man sich im Grunde wie ne LAN-Party f&#252;r Erwachsene vorstellen, nur weitgehend ohne Kiddies und daf&#252;r mit umfangreichem Vortragsprogramm und mit mindestens so viel Spa&#223;. Die Vortr&#228;ge waren es auch in erster Linie, die mich interessiert haben; gro&#223;artig viele Leute kannte ich dort ja nun nicht, und coden kann ich auch zuhause. Nichtsdestotrotz konnte ich abseits der Vortr&#228;ge die eine oder andere interessante Unterhaltung verbuchen, spontan Leute finden die gerade an &#228;hnlichen Themen wie ich arbeiten und - ganz wichtig, weil das hatte ich mir mehr oder weniger vorgenommen - mal als Kandidat am Hacker Jeopardy teilnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Tag 1&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Mit geilen Vortr&#228;gen wurde diesmal wirklich nicht gegeizt, gleich in den ersten beiden Tagen waren zahllose Perlen dabei. Das ging los mit der sehr sch&#246;nen &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3700.en.html" target="_blank"&gt;Keynote&lt;/a&gt; und dann gleich in eine &amp;quot;&lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3523.en.html" target="_blank"&gt;Rundreise durch die Welt der Zensur&lt;/a&gt;&amp;quot; - ich dachte ja, grob zu wissen, wo auf der Welt das Internet wie zensiert wird (und damit die L&#228;nder zu kennen, die niemals als Urlaubsziel in Frage kommen), aber in diesem Vortrag gab es doch noch ne Menge zu lernen abseits der &#252;blichen Verd&#228;chtigen wie China oder Kuba. Martin Haase, quasi der Neusprech-Experte des CCC, nahm anschlie&#223;end &#228;hnlich wie auf dem letzten Congress wieder &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3481.en.html" target="_blank"&gt;Politiker-Rabulistik&lt;/a&gt; auseinander, diesmal sehr anschaulich an aktuellen Beispielen von der Leyen (haha, fast so ein gutes Wortspiel wie der Titel des Vortrags: &amp;quot;Leyen-Rhetorik&amp;quot;!). Extrem sehenswert f&#252;r jeden, der sich fragt, wie Medienprofis es immer wieder schaffen, ganze S&#228;le geradeheraus zu bel&#252;gen, ohne dass das &#252;berhaupt irgendwem auff&#228;llt. Leider lief parallel ein Vortrag zur Debatte um die Computerspiele, in der ich ja auch irgendwie pers&#246;nlich involviert bin und den ich daher gern verfolgt h&#228;tte, aber wozu gibt es die Aufzeichnungen ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach folgte ein Griff ins Klo: es sollte um &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3722.en.html" target="_blank"&gt;Wikipedia&lt;/a&gt; gehen, genauer um die Methoden, die von den Wikipedia-Autoren und Administratoren intern genutzt werden, um St&#246;renfriede drau&#223;en zu halten. Durchaus interessant f&#252;r jeden, der die Wikipedia-Debatte in den letzten Monaten mitverfolgt hat, weil da eben die Chance bestand, &amp;quot;die andere Seite&amp;quot; mal live und in Farbe zu betrachten, ohne sich daf&#252;r in den begehbaren Kleiderschrank in Berlin stehlen zu m&#252;ssen, in dem Wikimedia Deutschland seine &amp;quot;Debatte&amp;quot; zu dem Thema abhielt. Die Betonung liegt aber auf &amp;quot;Chance&amp;quot;, denn der Redner ist leider nicht besonders brauchbar gewesen: mit einer an Monotonie kaum zu &#252;berbietenden, unverst&#228;ndlichen englischen Stimme hangelte er sich quer durch &#252;berfrachtete und unverst&#228;ndliche Folien, w&#228;hrend sein Publikum sich &#252;ber die Zeit des Vortrags hinweg einmal komplett auszutauschen schien. Na ja, reden wir nicht weiter dr&#252;ber...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anschlie&#223;end folgte aber ein echtes Juwel: der &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3567.en.html" target="_blank"&gt;Wikileaks-Vortrag&lt;/a&gt;, den ich jedem, der ihn verpasst hat, auch als Aufzeichnung noch ans Herz lege. Wikileaks ist ja als Website mittlerweile sehr bekannt, aber die Personen hinter Wikileaks waren zumindest f&#252;r mich immer eher Mysterien (was sicher auch so gewollt ist, um m&#246;glichst wenig Angriffsfl&#228;che f&#252;r gelangweilte Rechtsabteilungen zu bieten). Nach diesem Vortrag gibt es zu Wikileaks nun immerhin mal zwei Gesichter :o). Die beiden konnten sich der uneingeschr&#228;nkten Aufmerksamkeit des Publikums w&#228;hrend ihres packenden Vortrags absolut sicher sein, ja, manch einer sah sie gar als Helden, und irgendwo ist da wahrscheinlich auch etwas Wahres drin, auch wenn sie selbst bescheiden bemerkten, dass die &amp;quot;wahren Helden&amp;quot; ja eigentlich diejenigen seien, welche die Gruppe um Wikileaks mit den geheimen Dokumenten versorgen, ohne die Wikileaks nichts zu publizieren h&#228;tte. Sehr lohnenswerter Vortrag in jedem Fall!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Philippe Oechslin, ein nicht ganz unbekannter Kryptographieexperte, &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3703.en.html" target="_blank"&gt;nahm anschlie&#223;end einige Krypto-Implementationen sprichw&#246;rtlich &amp;quot;auseinander&amp;quot;&lt;/a&gt;, um zu zeigen, dass Produkte mit echten, guten Krypto-Algorithmen oftmals gar nicht durch Brechen der meist sehr starken Algorithmen selbst, sondern durch Finden von Implementationsschw&#228;chen geknackt werden k&#246;nnen. Die Lehre aus diesem ebenfalls sehr gut moderierten Vortrag ist offensichtlich: Die Verwendung guter Krypto-Algorithmen ist gut, aber nur die halbe Miete, die Einbindung der Algos in die eigene Anwendung muss ebenso sorgf&#228;ltig beschaffen sein wie die Algorithmen selbst. Auch dieser Vortrag ist ein klarer Watch-Tip!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie voll es im Saal 1 tats&#228;chlich werden kann zeigte anschlie&#223;end der Talk &amp;quot;&lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3654.en.html" target="_blank"&gt;GSM: SRSLY?&lt;/a&gt;&amp;quot;, der mal eben trotz zwei parallel laufender (und durchaus &#228;u&#223;erst interessanter, zumindest den Titeln nach, das Anschauen der Recordings steht bei mir noch aus...) Vortr&#228;ge den Saal zum Bersten brachte. Zwar nutzte ein offenbar amerikanischer &amp;quot;Einpeitscher&amp;quot; - ich wei&#223; bis heute leider nicht, wer das genau war, doch er hatte das und die Unterhaltung w&#228;hrend der Vortragspausen echt drauf! - diese erste richtige Gelegenheit, um die Zuh&#246;rer auf sehr humorvolle aber bestimmte Art auf die &#252;brigen Sitz- und Stehpl&#228;tze zu verteilen, ohne dass die G&#228;nge dabei verstopfen, aber letztlich bildeten sich vor den T&#252;ren beachtliche Schlangen und gem&#228;&#223; der &amp;quot;whoever leaves his seat is gone&amp;quot;-Policy wurde nur noch f&#252;r jeden, der den Saal verlie&#223;, ein neuer Zuh&#246;rer reingelassen. Nachdem jeder Millimeter ausgenutzt war, lieferten die beiden Vortragenden (unter anderem der nicht ganz unbekannte Karsten Nohl) einen hervorragenden und interessanten Report &#252;ber die Fortschritte beim Knacken des in GSM genutzten A5/1-Algorithmus per geschickt berechneter Rainbow Tables ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich h&#228;tte ich mir anschlie&#223;end gern in Saal 3 &amp;quot;&lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3696.en.html" target="_blank"&gt;Wireless Power Transfer&lt;/a&gt;&amp;quot; gegeben, aber bedingt dadurch, dass ich einen exzellenten Platz in Saal 1 gesichert hatte und die letzten zwei Events des Tages dort mitbekommen wollte blieb ich in Saal 1 und lie&#223; mir von Christoph Faulhaber, einer Art Aktionsk&#252;nstler, erz&#228;hlen, &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3713.en.html" target="_blank"&gt;wie er durch sein eigentlich harmloses Kunstprojekt &amp;quot;Mister Security&amp;quot; unversehens aufs Radar des FBI gelangte&lt;/a&gt;. Alles in Allem recht interessant und unterhaltsam, wenn auch sehr &amp;quot;Einspiel-Film-Lastig&amp;quot; und manchmal hart an der Grenze zur L&#228;cherlichkeit (ein Einspieler zeigt den K&#252;nstler z.B., wie er in einem selbst gedichteten Rap-Song die Geschichte seiner fiktiven Figur &amp;quot;Mister Security&amp;quot; erz&#228;hlt - vom Text hab ich nicht viel verstanden, aber der Film war...nun ja...ich hatte ein Dauergrinsen ;-) ).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bewiesene Sitzfleisch zahlte sich aber aus: Fabian Yamaguchi von der in Security-Kreisen nicht ganz unbekannten Gruppe Phenoelit stellte &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3596.en.html" target="_blank"&gt;im folgenden Vortrag&lt;/a&gt; einen sehr ausgekl&#252;gelten Angriff auf ein fiktives Unternehmensnetz vor und demonstrierte, wie einzelne, f&#252;r sich genommen wenig kritische Softwarefehler in geschickter Kombination das Aushebeln eines ganzen Netzwerks erm&#246;glichen k&#246;nnen. Auch ein Stream-Tip f&#252;r jeden, der sich im Bereich Netzwerksicherheit tummelt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Tag beendet hat dann ein auf diesem C3 erstmalig pr&#228;sentiertes Spiel: das &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3550.en.html" target="_blank"&gt;Chaos-Familienduell&lt;/a&gt;. Die Regeln kennt man ja aus der uralten RTL-Gameshow, nur hie&#223; es hier eben: &amp;quot;Wir haben 100 Hacker gefragt...&amp;quot;. Das Spiel wurde sehr cool moderiert und mit Hilfe einer sch&#246;nen Fake-Familienduell-Software (in Java geschrieben, das freut den Java-Freak in mir :D ) originalgetreu pr&#228;sentiert - ein gro&#223;er Spa&#223; auf jeden Fall, wenn auch gegen Ende vielleicht etwas langgezogen. Lohnt sich auch als Aufzeichnung!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="format_subtitle"&gt;Tag 2&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der zweite Tag begann f&#252;r mich mit dem Vortrag einer Amerikanerin: &amp;quot;&lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3714.en.html" target="_blank"&gt;Why Germany Succeeded Where America Has Failed in Achieving Meaningful Voting Computer Changes&lt;/a&gt;&amp;quot;. Der Titel weckt Erwartungen, die leider nur teilweise erf&#252;llt wurden. Es war zwar alles in allem interessant, aber leider wird irgendwie zumindest f&#252;r mich nicht ganz hinreichend erkl&#228;rt, warum denn nun das h&#246;chste Gericht in Deutschland den Wahlcomputern in der bisherigen Form den Garaus gemacht hat und in Amerika nichts dergleichen passiert ist. Die Tatsache, dass ein guter Teil des Vortrags aus einer Filmvorf&#252;hrung bestand und im Rest irgendwie doch sehr auf die Tr&#228;nendr&#252;se gedr&#252;ckt wurde machte die Sache nicht unbedingt besser. Ein Reinfall war es zwar nicht, aber ich h&#228;tte r&#252;ckblickend doch lieber den JTAG-Mikrocontroller-Vortrag live verfolgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kam aber wieder ein Juwel. Die &amp;quot;&lt;a href="http://www.part-time-scientists.com/" target="_blank"&gt;Part Time Scientists&lt;/a&gt;&amp;quot;, ein Zusammenschluss von &#252;ber 30 Leuten weltweit und Teilnehmer am &lt;a href="http://www.goooglelunarxprize.org/" target="_blank"&gt;Google Lunar X Prize&lt;/a&gt;, stellten ihr &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3332.en.html" target="_blank"&gt;Konzept&lt;/a&gt; vor, mit dem sie in den n&#228;chsten Jahren mit relativ gesehen fast l&#228;cherlich geringem Budget (ich meine mich an 20 oder 25 Millionen Dollar zu erinnern) einen selbst entwickelten Rover auf den Mond transportieren und von dort einen HD-Videostream zur Erde senden lassen wollen. Ein hehres Ziel, aber der exzellent und professionell gef&#252;hrte Vortrag schaffte es tats&#228;chlich, auch bei eher skeptischeren Zeitgenossen wie mir das Gef&#252;hl zu erzeugen, dass die da vorne das tats&#228;chlich schaffen k&#246;nnten! Auch auf kritische Detailfragen (von denen es zur Gen&#252;ge gab, ich hab unter anderem auch eine gestellt) kamen plausible Antworten, es war vollkommen klar: das ist keine Schnapsidee, diese Leute haben ihr Vorhaben von vorne bis hinten durchgedacht. Ein besonderes Highlight stellte eine Skype-Liveschaltung mit einem Veteranen aus dem alten Apollo-Team (ja, dem Team, das die Apollo-Missionen technisch konzipiert hat!) dar: der pensionierte Ingenieur, dessen Namen ich leider schon wieder vergessen habe, arbeitet aktiv am Projekt mit und bringt seine Erfahrung in das Team der &amp;quot;Part Time Scientists&amp;quot; ein. Leider musste man bedingt durch die nicht ganz optimale Audio&#252;bertragung sehr viel Konzentration aufwenden, um das nicht leicht verst&#228;ndliche Englisch des &amp;quot;Remote-Speakers&amp;quot; zu entschl&#252;sseln, aber allein das Event hatte irgendwie was und ein paar fachliche Dinge konnte man durchaus mitnehmen. Definitiv angucken!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen spontanen Applaus erzeugte btw die Anmerkung des Lead Speakers, die recht animationslastigen Pr&#228;sentationen des Teams seien nicht mit Powerpoint, wie man ob der Optik vielleicht meinen k&#246;nnte, sondern mit einer selbstgebastelten Pr&#228;sentationssoftware auf OpenGL-Basis erstellt. In mir z&#252;ndete diese Anmerkung neben der besagten rhythmischen Handbewegung auch noch eine sehr interessante Idee f&#252;r ein neues &amp;quot;Pet-Project&amp;quot; ;-) aber ich wei&#223; nicht ob ich dazu kommen werde das umzusetzen, mein momentaner Zeitmangel ist echt unsch&#246;n :(&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der n&#228;chste Vortrag &amp;quot;&lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3468.en.html" target="_blank"&gt;Privacy and Stylometry&lt;/a&gt;&amp;quot; klang zun&#228;chst vielversprechend, konnte die hohen Erwartungen von meiner Seite aber leider nicht ganz befriedigen. Lag aber evtl. auch an mir - schon beim Wikileaks-Vortrag am Vortag fand ich die (durchaus auch von einigen Zuh&#246;rern gestellte bzw. gestreifte) Frage sehr interessant, wie man ausschlie&#223;en kann, dass individuelle Markierungen jedweder Art in sensiblen Dokumenten eine Spur zum wahren Urheber eines Leaks legen. Ich erhoffte mir hierzu ein paar mehr Erkenntnisse aus diesem durchaus thematisch verwandten Vortrag, aber der Vortragende konzentrierte sich (durchaus zu Recht) eher auf den Bereich der Erkennung einzelner Autoren an ihrem nat&#252;rlichen Schreibfluss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eher in die Kategorie &amp;quot;Fun&amp;quot; geh&#246;rte das anschlie&#223;ende Bashing diverser Protokoll- und API-Kuriosit&#228;ten in &amp;quot;&lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3691.en.html" target="_blank"&gt;Vier F&#228;uste f&#252;r ein Halleluja&lt;/a&gt;&amp;quot;. Fefe und Erdgeist beackerten von C-Socket-APIs bis HTTP mehrere Themenbereiche der Softwareentwicklung, in denen teils vollkommen bl&#246;dsinnige, aber durch st&#228;ndiges Wiederholen mit dem biologischen &#196;quivalent zu Sekundenkleber im Programmiererhirn festbetonierte Codeschnipsel mit vollem Erfolg daf&#252;r sorgen, dass Code, der &amp;quot;hard to write&amp;quot; war, auch weiterhin &amp;quot;hard to read&amp;quot; bleibt - und Copy-and-paste aus alten Projekten eine der wichtigsten Kernkompetenzen. Unbedingt empfehlenswert f&#252;r jegliches humorbegabtes menschliches Wesen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Teilnehmer an der Massenverfassungsklage gegen die Vorratsdatenspeicherung interessierte mich nat&#252;rlich &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3708.en.html" target="_blank"&gt;der darauffolgende Vortrag&lt;/a&gt; besonders: es sollte um den aktuellen Verfahrensstand gehen, aber Constanze Kurz und Frank Rieger, die beide live bei der Anh&#246;rung in Karlsruhe zugegen waren, nutzten die Gelegenheit auch, um einige f&#252;r uns lustige Seitenhiebe an die anderen Verfahrensbeteiligten wie etwa den BKA-Pr&#228;sidenten zu verteilen und &#252;ber ihre pers&#246;nlichen Eindr&#252;cke und Schlussfolgerungen zu berichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anschlie&#223;end folgte ein &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3494.en.html" target="_blank"&gt;Vortrag von Phenoelit-Head FX&lt;/a&gt; &#252;ber einen neuen Ansatz, durch ein auf Basis von .NET entwickeltes Filterprogramm sch&#228;dliche Programmteile in Flash-Animationen noch vor deren Ausf&#252;hrung im Flash-Player aufzusp&#252;ren und nach M&#246;glichkeit unsch&#228;dlich zu machen. Sehr interessanter Ansatz, f&#252;r den ich durchaus Potenzial sehe - entweder als Komponente im Browser, dem eigentlichen Closed-Source-Flash-Player vorgeschaltet, oder als Bestandteil des Players selbst (Adobe hat laut dem Vortragenden schon ein gewisses Interesse an der Arbeit bekundet).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&#196;u&#223;erst interessant war auch der darauffolgende &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3709.en.html" target="_blank"&gt;Vortrag &#252;ber das (erfolgreiche) Knacken der Security des &amp;quot;Legic Prime&amp;quot; RFID-Systems&lt;/a&gt;. Karsten Nohl und Henryk Pl&#246;tz zerlegten die &amp;quot;Security by Extreme Obscurity&amp;quot; des Systems sehr anschaulich; der Vortrag ist definitiv ein Tipp f&#252;r alle, die mit RFID-Techniken zu tun haben oder sich daf&#252;r interessieren. Dieser Vortrag ist unter anderem deshalb sehr brisant, weil auf Legic Prime eine ganze Reihe von Kleinbetrags-Zahlungssystemen z.B. in Mensen oder Kantinen beruhen, in denen es durchaus um veritable Geldbetr&#228;ge gehen kann. Vermutlich haben sich die beiden Vortragenden auch deshalb etwas zur&#252;ckgehalten mit Details - ungewohnt f&#252;r einen Hacker-Vortrag, normalerweise ist es durchaus erw&#252;nscht, dass die Zuh&#246;rer anschlie&#223;end theoretisch in der Lage sind, den beschriebenen Angriff selbst durchzuf&#252;hren, weil dies den gew&#252;nschten Druck auf die das kompromittierte System einsetzenden bzw. vertreibenden Unternehmen enorm erh&#246;ht und eher dazu f&#252;hrt, dass Fehler korrigiert bzw. sicherere Verfahren eingesetzt werden. Die Ausf&#252;hrungen der Beiden waren nichtsdestotrotz nachvollziehbar genug, dass nun sicher keiner im Auditorium mehr l&#228;nger als eine Sekunde &#252;ber den Einsatz eines Legic-Prime-Systems mehr nachdenken wird. Gro&#223;es Security-Kino in jedem Fall!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein etwas unkonventioneller Beitrag folgte anschlie&#223;end, in welchem Bicyclemark einige &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3652.en.html" target="_blank"&gt;interessante bis lustige bis haarstr&#228;ubende Geschichten&lt;/a&gt; zum Besten gab, wie Journalisten im Ausland &#252;ber die Schulter geguckt wird - h&#228;ufig, ohne dass diese sich dessen bewusst sind. Die Kernbotschaft dieses Talks war denn auch, dass Journalisten heutzutage im Grunde schon w&#228;hrend ihrer Ausbildung (so sie denn eine solche zu ihrem Beruf brachte) zumindest die Grundlagen der IT-Security lernen m&#252;ssten, um abh&#246;r- und manipulationssicher mit ihren Redaktionen kommunizieren zu k&#246;nnen und mit den Wegen vertraut zu sein, wie ihre Rechercheergebnisse m&#246;glicherweise in falsche H&#228;nde geraten k&#246;nnten. Dieses Wissen ist wohl laut dem Redner selbst bei sehr kritisch recherchierenden, auf Enth&#252;llungen spezialisierten Top-Journalisten viel zu selten vorhanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgeschlossen wurde dieser zweite Tag mit meinem pers&#246;nlichen Highlight: dem &lt;a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3669.en.html" target="_blank"&gt;Hacker Jeopardy&lt;/a&gt;! Im Stream habe ich dieses fast schon legend&#228;re Congress-Event immer sehr gern verfolgt, so dass ich es mir nicht nehmen lassen konnte, diesmal die erweiterten M&#246;glichkeiten der Live-Version zu nutzen - sprich: selbst mitzuspielen :D. Sicher hatte auch die &#220;berdosis Koffein durch ununterbrochenen Konsum von Club Mate (ich muss mich echt mal umsehen, wo ich den Kram in D&#252;sseldorf herbekommen kann) einen gewissen Einfluss, aber der schien mir bei fast allen anderen Teilnehmern ebenfalls vorhanden zu sein ;-) War jedenfalls sehr spa&#223;ig; in der ersten Runde konnte ich doch glatt dank der Kategorie &amp;quot;DF&#220;&amp;quot;, in der man Ton gewordene Daten&#252;bertragungen erkennen musste, haushoch gewinnen, um dann aber das Finale mit einer falsch beantworteten 500-Punkte-Double-Jeopardy-Frage (nat&#252;rlich standesgem&#228;&#223; erh&#246;ht auf 1000 Punkte!) glorios zu versemmeln. H&#228;tte ich doch mal lieber den Fefe-Joker eingesetzt ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So viel erst mal zu den ersten zwei Tagen, die anderen beiden kommentiere ich sp&#228;ter in einem zweiten Posting (hoffentlich jedenfalls :D)&lt;/p&gt;</description>
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    <item>
      <title>Googles Masterplan</title>
      <link>http://www.firehead.de/16</link>
      <description>&lt;p&gt;In den letzten Wochen gab es, was Google betrifft, zwei interessante Meldungen: zum Einen wurde das schon l&#228;nger angek&#252;ndigte &lt;a href="http://www.heise.de/open/artikel/Chrome-OS-Was-hinter-dem-Google-Browser-steckt-865947.html" target="_blank"&gt;Chrome OS&lt;/a&gt; in einer ersten Preview-Version der &#214;ffentlichkeit pr&#228;sentiert, und zum Anderen hat Google einen &lt;a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oeffentlicher-DNS-Server-von-Google-876709.html" target="_blank"&gt;kostenlosen und &#246;ffentlichen DNS-Service&lt;/a&gt; enth&#252;llt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was beide Meldungen gemeinsam haben? Sie verraten, wenn man zwischen den Zeilen liest, eine Menge &#252;ber Googles Strategie - und die hat es in sich, wenn man mal ein Weilchen dar&#252;ber nachdenkt (und ja, ich verspreche, die zwar berechtigte, aber in letzter Zeit gebetsm&#252;hlenartig immer und immer wieder auf dieselbe Weise runtergeleierte Datenschutz- und Profiling-Debatte hier kein einziges Mal zu erw&#228;hnen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fangen wir mit Chrome OS an. &amp;quot;Nur eine weitere Linux-Distribution&amp;quot;, mag man im ersten Moment meinen, aber schon der oben verlinkte Artikel kl&#228;rt anhand der ver&#246;ffentlichten Preview auf: Chrome OS basiert zwar auf Linux, aber auch nur deshalb, weil Google keine Lust hatte, ein komplettes Betriebssystem &amp;quot;from scratch&amp;quot; zu entwickeln, wenn doch schon ein ausgereiftes mit allerlei Treiberunterst&#252;tzung und problemlos verf&#252;gbarem Quellcode auf dem Silbertablett bereitliegt. In der Praxis d&#252;rfte sich der potente Linux-Unterbau ziemlich langweilen, denn die einzige Anwendung auf Chrome OS ist - ein Browser!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Google f&#228;hrt mit Chrome OS mehrere Angriffe parallel auf die anderen etablierten Platzhirsche des IT-Sektors. Gleich zwei Salven gelten Microsoft, die als dominantester OS-Hersteller in der durchaus geschickten Position sind, dass dieser ganze neumodische Webanwendungs-Kram ohne Browser nun mal nicht l&#228;uft, und auch wenn der IE weiterhin Marktanteile verliert - die alternativen Browser laufen auch nicht ohne Betriebssystem auf einem PC bzw. Netbook. Sp&#228;testens an dieser Stelle greifen die meisten Menschen dann zu Microsofts Produkten, sei es aus Gewohnheit oder einfach nur, weil Windows eben gleich auf dem Rechner installiert war. Die erste Attacke gilt daher ganz klar der Windows-Plattform, die im Grunde bei einem rein zum Internet-Surfen genutzten PC/Netbook genauso unterfordert ist wie der Linux-Unterbau von Chrome, nur dass Letzterer von Google immerhin ein St&#252;ck weit &amp;quot;downsized&amp;quot; werden kann, um z.B. die Kaltstartgeschwindigkeit zu erh&#246;hen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angriff Nummer Zwei ist weniger offensichtlich, aber er zielt auf eines der gr&#246;&#223;ten Machtinstrumente des einundzwanzigsten Jahrhunderts: die Default Settings. Momentan teilt sich diese Macht - hier mal nur betrachtet f&#252;r den Web-Bereich bzw. alles, was zum Websurfen n&#246;tig ist - auf mehrere Marktteilnehmer auf. Microsoft hat einen guten Teil vom Kuchen abbekommen (IE als vorinstallierter Standard-Browser, vorkonfigurierte IE-Einstellungen etwa f&#252;r die Suche), weitere Teile halten die alternativen Browserhersteller (Werkskonfiguration ihrer Browser) und nicht zuletzt die Provider (die bei der Einwahl &#252;bermittelten DNS-Server-IPs). Die Macht, die diesen Voreinstellungen innewohnt, entspringt teilweise der Faulheit und Unkenntnis der meisten User, zu einem guten Teil aber auch der Komplexit&#228;t, die z.B. eine Browserkonfiguration heutzutage erreicht hat: bei etwas so komplexen kann selbst ein Fachmann kaum mehr alle Einstellungen h&#228;ndisch durchgehen, die Bedeutung jedes Reglers erforschen und dann manuell einstellen (wer mir nicht glaubt: Firefox starten, &amp;quot;about:config&amp;quot; aufrufen und ob der vielen Optionen staunen). Will sagen: die meisten Standardeinstellungen werden nie ge&#228;ndert, demzufolge hat derjenige, der sie kontrolliert, effektiv die von der Mehrheit der User genutzte Konfiguration v&#246;llig in der Hand. Wer ernsthaft an der Macht zweifelt, die dieser &amp;quot;Kontrolle &#252;ber die Massen&amp;quot; innnewohnt, der sehe sich mal die durchaus berechtigten Klagen der Webentwickler &#252;ber den Internet Explorer und seine nach wie vor &amp;quot;merkw&#252;rdige&amp;quot; Umsetzung vieler Webstandards n&#228;her an. KEINER, wirklich ABSOLUT NIEMAND, der auch nur den Hauch einer Ahnung von diesem Job hat, will freiwillig f&#252;r den IE entwickeln. W&#228;hrend man die anderen drei gro&#223;en Browser-Engines fast in einem Abwasch abfertigen kann, weil das, was etwa f&#252;r den Firefox entwickelt wurde, mit gro&#223;er Sicherheit und wenigen bis gar keinen Modifikationen auch auf Opera und Safari/Chrome l&#228;uft, kann man mit ebensolcher Sicherheit davon ausgehen, dass man f&#252;r den IE erst noch unz&#228;hlige Verrenkungen unternehmen muss, bis der Code da auch das tut, was er soll. Trotzdem kann jeder brauchbare Webentwickler eine Unzahl von Hacks und Tricks f&#252;r solche &amp;quot;Verrenkungen&amp;quot; aus dem &#196;rmel sch&#252;tteln, einfach weil die H&#228;lfte seiner Arbeit darin besteht, die Kompatibilit&#228;t mit dem IE sicherzustellen - denn ignorieren kann man diesen Schrottbrowser aufgrund des immer noch beachtlichen Marktanteils nur in den allerseltensten F&#228;llen. DAS ist eine winzige Kostprobe der Macht, die sich aus Default Settings ergeben kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben den Browsern hatte ich noch einen weiteren Punkt genannt, und nicht ohne Grund: die Standard-DNS-Server, die normalerweise der Provider bestimmt, indem er ihre IP-Adressen etwa bei der DSL-Einwahl (z.B. per PPPoE oder &#228;hnlichen Protokollen) an seine Kunden &#252;bertr&#228;gt. DNS ist ein vom durchschnittlichen User eher wenig beachteter Dienst; Beachtung erf&#228;hrt er eigentlich nur, wenn er mal ausf&#228;llt, denn dann ist &amp;quot;das Internet kaputt&amp;quot;. Stimmt zwar eigentlich technisch gesehen nicht, aber wer kennt schon die IP von www.spiegel.de auswendig? Eben: keiner. DNS ist daher f&#252;r die Nutzbarkeit einer Internetverbindung mittlerweile genau so wichtig wie die Verbindung selbst, und durch seine momentane Funktionsweise ein gewaltiges Machtinstrument. Nicht etwa, weil man durch das Ausknipsen von DNS-Servern &amp;quot;das Internet kaputt machen&amp;quot; kann, das w&#228;re viel zu sehr mit dem Holzhammer gedacht. Viel interessanter ist es, DNS-Antworten manipulieren zu k&#246;nnen. Der weltweit popul&#228;rste Weg, Internetzensur technisch umzusetzen, baut auf Manipulation des DNS auf. Abseits von knallharter Zensur kann man aber noch mehr mit der Manipulation von DNS-Antworten anfangen, wie z.B. eine mittlerweile recht g&#228;ngige Praxis vieler Provider demonstriert: Anfragen nach unbekannten Domains werden nicht, wie vorgesehen, mit einer Fehlermeldung beantwortet, sondern unisono auf eine spezielle IP umgeleitet, auf der der fragliche Provider selbst eine Art Portalseite betreibt, die den User &#252;ber die nicht existente Domain informiert und gleichzeitig - und hier beginnt der Nutzen f&#252;r den Provider - irgendwelche Suchergebnisse zu dem betreffenden Domainnamen plus sch&#246;n passend ausgew&#228;hlter Werbung darstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die DNS-Server w&#228;ren sicher auch ein erster Ansatzpunkt, wenn ein Provider danach strebte, die normalerweise vorhandene Netzneutralit&#228;t f&#252;r seine Kunden gezielt zu brechen. &lt;a href="http://packetlife.net/blog/2009/oct/28/why-network-neutrality-big-deal/" target="_blank"&gt;Angebote wie dieses&lt;/a&gt; sind gl&#252;cklicherweise noch Fiktion, aber mit Sicherheit sehen einige feuchte Providertr&#228;ume so &#228;hnlich aus wie das satirische Beispiel. Das DNS w&#228;re der bequemste Weg, um solcherart &amp;quot;Partitionierung&amp;quot; des Netzes durchzuf&#252;hren: der Server erkennt einfach anhand der anfragenden IP, welche Pakete ein Kunde gebucht hat, und gibt dementsprechend die korrekte Server-IP heraus oder leitet den User auf eine Seite des Providers um, wo ihm gro&#223;z&#252;gigerweise gleich der Kauf des entsprechenden Pakets angeboten wird. Zwar lie&#223;e sich so eine &amp;quot;Sperre&amp;quot; einfach umgehen - ein Punkt, der ja beispielsweise in der Diskussion zur sogenannten Kinderpornosperre immer und immer wieder (zu Recht) betont wurde - aber vermutlich w&#252;rden sich entweder gen&#252;gend Deppen finden, die trotzdem zahlen, oder man sperrt gleich per simpler und billiger Port-Komplettsperre jegliche Anfragen auf den DNS-Port 53 nach au&#223;erhalb des Provider-Netzes. IP-Sperren w&#228;ren nat&#252;rlich noch effektiver, aber auch aufwendiger in Einrichtung und Wartung und damit teurer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und diese Macht, die auch der Kontrolle &#252;ber das DNS innewohnt, bringt mich direkt zu Google-Aktivit&#228;t Nummer Zwei: dem neuen Google-DNS-Serverdienst. Der ist im Grunde f&#252;r Google echtes Neuland. Bislang beschr&#228;nkte sich Google auf das Anbieten von f&#252;r den User direkt sichtbaren Diensten oberhalb von HTTP - Webanwendungen eben: Google-Suche, Maps, YouTube, Text und Tabellen, etc., alles f&#252;r sich genommen n&#252;tzliche Dienste. DNS ist f&#252;r sich genommen gar kein n&#252;tzlicher Dienst: was br&#228;chte es mir, wenn ich herausfinden kann, dass www.spiegel.de auf 195.71.11.67 verweist, wenn dort nichts zum Lesen bereitl&#228;ge? DNS ist eine Art unterst&#252;tzender Dienst: er macht die anderen, direkt und f&#252;r sich genommen n&#252;tzlichen Dienste besser erreichbar und damit noch n&#252;tzlicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum also betritt Google dieses Neuland, das doch die Provider eigentlich praktischerweise schon abdecken? DNS-Server zu betreiben kostet immerhin Geld. Die Antwort erschlie&#223;t sich, wenn man sich Googles Position in der Netzneutralit&#228;tsdebatte vor Augen f&#252;hrt: Google ist sehr stark pro Netzneutralit&#228;t eingestellt und sieht Provider und Carrier am liebsten als willenlose Datentunnel an, die einfach nur daf&#252;r zu sorgen haben, dass die Gigabytes an Daten, die Google jede Sekunde rauspustet, zuverl&#228;ssig und schnell bei den Google-Nutzern landen. Das hat simple &#246;konomische Gr&#252;nde: das eigentliche Geld wird heute nicht mit Zug&#228;ngen, sondern mit Content verdient, und so kann Google das Maximum an Profit selbst absch&#246;pfen. Von diesem Kuchen sollen die Provider nach M&#246;glichkeit nichts abbekommen, weswegen es &#228;u&#223;erst sinnvoll ist, sie so weit wie m&#246;glich in die Rolle des reinen Datenkanals zu dr&#228;ngen - zum Beispiel, indem man sie von allen m&#246;glichen weitergehenden Aufgaben neben dieser Bereitstellung des &amp;quot;dummen&amp;quot; Kanals entbindet, und genau hierzu z&#228;hlen DNS-Server. Google festigt mit seiner eigenen DNS-Infrastruktur seine Position und seinen Anspruch als Top Dog unter den Content-Verwertern und dr&#228;ngt die Provider st&#228;rker in die ihnen von Google zugedachte Rolle des reinen Infrastrukturanbieters.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bringt allerdings alles nichts, wenn die User die Google-DNS-Server nicht nutzen...und genau an dieser Stelle kommt nun wieder die Macht der Default Settings ins Spiel. Ob ein Internet-Device n&#228;mlich die vom Provider angebotenen DNS-Server nutzt oder nicht, ist in erster Linie Sache der Konfiguration, und die wiederum r&#252;hrt kaum ein User jemals an. Es ist also &#228;u&#223;erst vielversprechend f&#252;r Google, so viele Default Configs wie m&#246;glich unter seine Fuchteln zu bekommen, und diese anschlie&#223;end einheitlich auf Googles DNS-Server einzunorden. Und wenn man das mal so betrachtet ist Google nicht schlecht dabei...die ganzen Android-Handys z.B. sind potenzielle Kandidaten (ich wei&#223; leider aus Mangel eines Android-Smartphones nicht, welche DNS-Settings die aktuellen Versionen so per Default mitbringen, aber ich vermute dass das entweder schon Googles DNS-Server sind oder diese dort bald zum Standard werden). Ebenso nat&#252;rlich alle auf dem zuk&#252;nftigen Chrome OS basierenden Internet-Surf-Stationen bzw. -Nettops - erste Ger&#228;te mit Chrome OS sind f&#252;r kommendes Jahr angek&#252;ndigt. Und ich bin mir sicher: Chrome f&#252;r den Desktop wird auch irgendwann dem User freundlicherweise anbieten, die Google-DNS-Server in die Windows-Netzwerkkonfiguration als Standard einzutragen, um &amp;quot;das Internet-Erlebnis schneller und noch dynamischer zu machen&amp;quot;. Oder die Namensaufl&#246;sung des Betriebssystems gleich umgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt ist die gr&#246;&#223;te Gemeinsamkeit dieser beiden Ma&#223;nahmen, dass Google versucht, unerw&#252;nschte Mittelsm&#228;nner bzw. &amp;quot;Zulieferer&amp;quot; zu umgehen oder in ihrer Bedeutung zu beschneiden, ob das nun Microsoft im einen Fall oder die diversen Provider im anderen sind. Ein durchaus schlauer Schritt mit generell nicht ganz unerfreulichen Effekten in Richtung Festigung der Netzneutralit&#228;t...ich bin mir nur noch nicht so wirklich sicher, ob ich das &amp;quot;big picture&amp;quot; als Ganzes ebenso guthei&#223;en will.&lt;/p&gt;</description>
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